Neuer Besucherrekord mit über 1700 Teilnehmenden DERMATOLOGIE kompakt + praxisnah 2026 (KoPra): Nachbericht



Mit über 1700 Teilnehmenden verzeichnete die DERMATOLOGIE kompakt & praxisnah (KoPra) von DDG und BVDD, die vom 26. bis 28. Februar 2026 in Leipzig stattfand, einen neuen Rekord. Drei Tage lang informierten sich Dermatologinnen und Dermatologen vor allem aus Deutschland, aber auch aus Österreich und der Schweiz über aktuelle Themen aus der Dermatologie. Hands-on lautete die Devise – nicht nur bei den dezidiert auf die praktische Anwendbarkeit hin konzipierten insgesamt 12 Kursen, sondern auch als roter Faden in allen Angeboten der KoPra. An Highlights war diese Tagung überreich: Von den herausragenden Keynotes, über die interaktiven Formate bis hin zum Studierendentag, bei dem angehende Medizinerinnen und Mediziner Kongressluft schnupperten, mit renommierten Expertinnen und Experten ins Gespräch kamen und sich ein facettenreiches Bild des Faches Dermatologie machen konnten. An jedem Tag sah man allenthalben hochzufriedene Gesichter.
In dem lichtdurchfluteten Congress Center Leipzig gelang eine außerordentlich inspirierende Tagung. Die beiden Tagungspräsidenten, Prof. Dr. med. Mark Berneburg (DDG) und Dr. med. Ralph von Kiedrowski (BVDD) dankten allen Mitwirkenden und den Sponsoren für die großartige Unterstützung. Ein besonderes Dankeschön richteten sie an alle Vorsitzenden, Referentinnen und Referenten sowie an das Programmkomitee und die Tagungssekretäre für die Gestaltung dieses abwechslungsreichen Programms.

Bereits bei der Begrüßung durch die Tagungspräsidenten wurde der rote Faden der folgenden Tage deutlich: „Better together“ – die enge und stets auf Austausch hin orientierte Zusammenarbeit von klinisch Tätigen und in der Niederlassung Praktizierenden bringt die Dermatologie voran und ermöglicht einen wechselseitigen Austausch von Erfahrungen und neuem Wissen.
Diese Offenheit ist auch beim „Blick über den Tellerrand“ bereichernd. Keynote Speaker Prof. Dr. med. Ferdinand M. Gerlach, Gesundheitswissenschaftler, früherer Vorsitzender des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen und seit Kurzem Mitglied der „FinanzKommission Gesundheit“ des Bundesministeriums für Gesundheit gab einen Ausblick auf die „Gesundheitsversorgung 2040“, der interessante und möglicherweise auch kontroverse Debatten anregen könnte. Gerlachs Fazit: Im Kontext der sich jetzt bereits etablierenden „Gesundheitsplattform-Ökonomie“ von Anbietern wie Amazon müssen jetzt die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Dabei sollten Angebote der „Tech-Giganten“ nicht per se als Problem gesehen werden, sondern sie können mit ihren Primärversorgungsangeboten Ärztinnen und Ärzte entlasten. Mehr flexibles Arbeiten, Primärversorgungszentren und eine vernetzte Spezialversorgung könnten die Versorgung in der Zukunft prägen. Ambulant-stationäre Gesundheitszentren werden Klinikaufenthalte seltener machen. Large Language Models können in die Patientenversorgung aufgenommen werden. Gerlach zufolge läuft die Transformation bereits und es heißt jetzt, die Herausforderungen konstruktiv zu bewältigen. Bei allen Bedenken und Sorgen, dass es zu Oligopolen und auch zu einem Verlust an (ärztlichen) Fähigkeiten („deskilling“) kommen könnte, sollte Zuversicht das Handeln leiten, um mehr Zeit für eine bessere Patientenversorgung zu bekommen.

Eines der derzeit medial intensiv diskutierten Themen aus dem Bereich der Endokrinologie war auch Thema auf der KoPra: „Adipositas, Gewichtsreduktion und Hauterkrankungen“. Keynote Speaker Prof. Dr. med. Matthias Blüher, Leiter der Adipositas-Ambulanz für Erwachsene der Universitätsmedizin Leipzig und Professor für Klinische Adipositasforschung an der Universität Leipzig, gab einen Überblick zur aktuellen Adipositas-Forschung, zu den genetischen Faktoren und den zugrundeliegenden pathophysiologischen Zusammenhängen. Chronisch-entzündliche Systemerkrankungen wie zum Beispiel die Psoriasis gehen mit einem Risiko für Komorbiditäten einher, dazu gehört u.a. das metabolische Syndrom (mit Übergewicht, Bluthochdruck, Hypercholesterinämie und Typ-2-Diabetes). Erfolgreiche Interventionen in einzelnen Syndrom-Bereichen wirken dann wieder zurück auf die Hauterkrankung und können beispielsweise die Wirkung von antientzündlichen Biologika positiv beeinflussen.

In der dritten Keynote referierte Nobelpreisträger Prof. Svante Pääbo, Direktor des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, in seinem Vortrag „Paläogenetik meets Dermatologie“ über seine seit drei Jahrzehnten währende Forschungsarbeit. Er stellte dar, wie er und sein Team das Genom der Neandertaler und ihrer Verwandten rekonstruierten, welche Bedeutung die Untersuchung der Genome sehr früher moderner Menschen außerhalb Afrikas hat und welche physiologischen und medizinischen Folgen ihres genetischen Beitrags für den heutigen Menschen abgeleitet werden können.



Die interaktiven Formate wie der neue „Derma-Krimi: Spurensuche auf der Haut“ und der „Derma-Talk: Klinische Perlen“ lockerten die Tagungsstruktur auf und schafften Raum für einen intensiven und unterhaltsamen Austausch.
Derma-Nachwuchs
Mit den zwei „Facharzt-Tracks“ konnten diejenigen, die sich auf die Facharztprüfung vorbereiten, kompakt und umfassend in 20 Vorträgen ihr Wissen auffrischen und vertiefen. Die Rückmeldungen waren überaus positiv und die hohe Qualität der Referate wurde sehr gelobt.
Medizinstudierende früh an das Fach heranführen und für die Dermatologie begeistern, das ist das Ziel des Studierendentags. 170 angehende Medizinerinnen und Mediziner nutzten an den drei Tagen dieses Angebot und schnupperten mit Neugier und Begeisterung Kongressluft. Am „Studierendentag“ am Freitag waren etwa 100 von ihnen vor Ort und wurden von fachkundigen Mentorinnen und Mentoren in kleinen Gruppen durch den Tag begleitet.
Clinician Scientist Program und zahlreiche Stipendien
DDG-Generalsekretär Prof. Dr. med. Amir Yazdi übergab die Urkunden des (Advanced) Clinician Scientist Program (ACSP und CSP) der Deutschen Stiftung für Dermatologie an die drei neuen Teilnehmenden des Programms: Dr. med. Lea Jessica Albrecht (ACSP) vom Universitätsklinikum Essen, Dr. med. Lorenzo Homann (CSP) vom Universitätsklinikum Tübingen und Dr. med. Bernadett Kurz (CSP) vom Universitätsklinikum Regensburg überzeugten die Jury mit ihren Forschungsprojekten.
Ein Stipendium zur Förderung der Dermatohistologie, das kann ein Gastaufenthalt/Training von ca. vier Wochen oder ein Forschungsprojekt bei Histologie-Expertinnen und -Experten sein, erhalten insgesamt drei Personen: Dr. med. Kristine Mayer (Technische Universität München), Dr. med. Schirin Ariane Stephan (Johannes Wesling Klinikum Minden) und Hanna Wirsching (Universitätsklinikum Augsburg).
Das zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Dermatochirurgie (DGDC) ausgeschriebene vierwöchige Hospitationsstipendium Dermatochirurgie erhalten Dr. med. Anna-Sophia Leven (Universitätsklinikum Essen) und Dr. med. Léonie Staats (Uniklinikum Erlangen).
Über ein Promotionsstipendium der Deutschen Stiftung für Dermatologie dürfen sich insgesamt fünf Medizinstudierende freuen. John Anis (Ruhr-Universität Bochum), Hannah Marie Kalff (Charité Universitätsmedizin Berlin), Akshat Kapoor (Universitätsklinikum Heidelberg), Johanna Papathanassiou (Universität Münster) und Paula Schmitz (Uniklinik RWTH Aachen) werden zwölf Monate lang finanziell gefördert.
Die besten e-Poster, die besten Poster Slammer und drei Poster Walks
Über 100 wissenschaftliche Beiträge wurden auf der KoPra als e-Poster, Diaklinik- und Poster Slam-Vorträge präsentiert. Bei drei Poster Walks konnten sich die Besucherinnen und Besucher 15 e-Poster zu den Themen „Allergologie und Infektionen“, „Autoimmunerkrankungen und Entzündungen“ und „Onkologie, Genodermatosen, Lehrkonzepte, Operative Dermatologie“ erläutern lassen.
Um die Auszeichnung „Bestes Poster“ zu erhalten, mussten die Autorinnen und Autoren der Abstracts, der e-Poster und der Präsentationen beim Walk die Mitglieder der Poster-Kommission und die Poster Walk Guides überzeugen. Das gelang Evgeniia Komarova (P042 - Hamburg), Julia Zarnowski (P019 - Leipzig), Tobias Kliesener (P029 - Berlin), Laura Bahr (P003 - Bonn) und Katrin Kane (P001 - München). Die Gewinnerinnen und Gewinner wurden mit einer Urkunde und einem Preisgeld in Höhe von 250 EUR ausgezeichnet.
Aus den eingereichten Abstracts wurden drei Beiträge ausgewählt, die ähnlich wie in einem Poetry Slam kurz und knackig im Plenum zum Besten gegeben wurden. Das Publikum entschied am Ende über die Platzierungen. Den Wettstreit um den ersten Platz gewann Dr. Enya Müller, Platz zwei teilten sich Dr. Sören Hartmann und Uzay Cambaz.
Zwei weitere Forscherinnen wurden auf der KoPra ausgezeichnet und erhielten den von der Firma Incyte unterstützten DDG-Posterpreis „Erkrankungen des Pigmentsystems“: Janne Ohlenbusch (1. Preis) und Juliane Traxler (2. Preis) konnten sich über die Auszeichnung freuen.
Alle e-Poster können auf der Tagungswebseite www.derma-tagungen.de unter „Programm“ angesehen werden. Dafür muss man sich zunächst anmelden und dann bei der Filterfunktion (Programm) als Session-Typ „e-Posterausstellung“ auswählen.

DERMA Industrieforum und Industriesessions
Ein Ort der Begegnung und des fachlichen Austausches ist traditionell auch das DERMA Industrieforum. An diesem beteiligten sich 78 Aussteller und Sponsoren und bereicherten das Programm mit 19 Industriesessions in Form von Mittagssymposien und Meet-the-Expert-Sessions. Ein großer Dank geht an alle Sponsoren und Ausstellerfirmen.
Pressekonferenz
Zum Auftakt der KoPra veranstalteten DDG und BVDD eine gemeinsame Online-Pressekonferenz. Auf dem Podium vertreten waren neben den Tagungspräsidenten Prof. Dr. med. Mark Berneburg und Dr. med. Ralph von Kiedrowski, DDG-Generalsekretär Prof. Dr. med. Amir Yazdi, BVDD-Vizepräsidentin Dr. med. Thyra Bandholz und Keynote-Speaker Prof. Dr. med. Matthias Blüher. Alle Beiträge in Form von Pressemitteilungen sind in der digitalen Pressemappe gesammelt.
Das Interesse der Medien war groß: Insgesamt besuchten an die 50 überwiegend zur Fachpresse gehörende Journalistinnen und Journalisten die KoPra. Die Pressekonferenz verfolgten mehr als 30 Medienvertreter.
Eine lebendige Tagung spiegelt sich auch durch eine lebendige interne und externe Berichterstattung wider. Auf LinkedIn und Instagram wurden zahlreiche Eindrücke und Highlights der KoPra geteilt. Allein während der Tagung kamen über 100 neue Follower hinzu und wurden Teil der Derma-Online-Community.
Hinweis:
Die Teilnahme-Zertifikate können auf der Tagungswebseite unter www.derma-tagungen.de im persönlichen Profil (nach erfolgter Anmeldung) heruntergeladen werden.
Beflügelt vom guten Gelingen der KoPra lädt die DDG jetzt bereits zur DDG-Tagung vom 21.-24.04.2027 in Berlin ein. Die nächste KoPra wird vom 10.-12.02.2028 wieder in Leipzig stattfinden.

