Forschungsnachwuchs trifft auf erfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Vielfalt und Dynamik in der Dermatologie
Gastbeitrag ADF – Nachbericht der 15. ADF-Winterschool 2026
Die diesjährige Winterschool brachte 25 hochmotivierte MD- und PhD-Studierende zusammen und schuf eine inspirierende Umgebung für wissenschaftlichen Austausch, klinische Perspektiven und persönliches Networking. „Von Beginn an herrschte eine offene, engagierte Atmosphäre, die dazu einlud, Ideen zu teilen, Fragen zu stellen und voneinander zu lernen“, berichtet PD Dr. med. Frank Siebenhaar, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Forschung (ADF). Die Erfolgsformel der Winterschool lautet: „2-tägige Abgeschiedenheit auf 2.560 Metern Höhe“. Der Veranstaltungsort, die Umweltforschungsstation Schneefernerhaus, liegt auf der Südseite der Zugspitze, knapp unterhalb des Gipfels und bietet optimale Bedingungen für einen „ungestörten“ und intensiven Austausch.
Ein zentrales Element der Veranstaltung waren mehrere Postersessions, in denen alle Teilnehmenden ihre aktuellen Forschungsprojekte präsentierten. Diese Sessions entwickelten sich zu lebhaften Diskussionsforen mit intensivem fachlichem Austausch, konstruktivem Feedback und neuen Denkanstößen. Sie boten nicht nur Raum für wissenschaftliche Vertiefung, sondern stärkten auch das gegenseitige Verständnis für unterschiedliche methodische und klinische Ansätze.
Ergänzt wurde das Programm durch hochkarätige Faculty-Vorträge aus verschiedenen Bereichen der Dermatologie: PD Dr. med. Frank Siebenhaar (Berlin) beleuchtete in seinem Vortrag die Chancen und Herausforderungen zielgerichteter Therapien. Prof. Dr. rer. nat. Verena Raker (Augsburg) widmete sich innovativen Strategien zur Prävention kutaner Fibrose und spannte den Bogen zwischen immunologischen Mechanismen und translationalen Perspektiven. Prof. Dr. rer. nat. Sandra Franz (Leipzig) stellte die funktionelle Diversität von Fibroblasten in Hautentzündung und -reparatur in den Mittelpunkt und zeigte deren Bedeutung für chronisch-entzündliche Prozesse auf. Prof. Dr. rer. nat. Hauke Busch (Lübeck) gab einen fundierten Überblick über Möglichkeiten und Limitationen der Single-Cell-Analyse des Epithels aus bioinformatischer Sicht. Dr. rer. nat. Dennis Gerloff (Halle) erläuterte die Rolle extrazellulärer Vesikel in der interzellulären Kommunikation und diskutierte deren therapeutisches Potenzial. Prof. Dr. med. Wiebke Sondermann (Essen) fokussierte auf die Optimierung von Wirksamkeit und Sicherheit antiinflammatorischer Therapien bei Psoriasis. Prof. Dr. med. vet. habil. Jennifer Hundt (Lübeck) präsentierte das humane Hautorgankulturmodell beim Pemphigus vulgaris und zeigte die Rolle von Interferon und TNF-α in diesem Kontext auf.
Die Beiträge spannten einen Bogen von innovativer Grundlagenforschung bis hin zu klinisch relevanten Fragestellungen und verdeutlichten eindrucksvoll die Vielfalt und Dynamik des Fachgebiets. Sie regten zu interdisziplinärem Denken an und lieferten wertvolle Impulse für die eigene wissenschaftliche Arbeit.
Ein besonderer Höhepunkt sollte die Keynote Lecture von Prof. Dr. med. Martin Röcken (Tübingen) sein, der unter dem Titel „Doubts – and how they affect Science. A personal experience“ eine sehr persönliche und reflektierte Perspektive auf wissenschaftliches Arbeiten angekündigt hatte. „Leider musste Prof. Röcken aus gesundheitlichen Gründen absagen. Die frei gewordene Zeit haben wir kreativ und mit viel Humor gefüllt“, sagt Dr. Siebenhaar. Ein unterhaltsames Impro-Theaterstück direkt aus „Epidermis City“ sorgte für zahlreiche Lacher und wurde schnell zu einem unerwarteten Highlight der Winterschool – ein Moment, der zeigte, wie Wissenschaft und Freude am gemeinsamen Erlebnis Hand in Hand gehen können.
Die Initiator:innen danken der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und weiteren Partnern für die jährliche großzügige Unterstützung, die diese Veranstaltung ermöglicht. „Die Winterschool bleibt ein wichtiger Treffpunkt für den dermatologischen Nachwuchs – fachlich bereichernd, persönlich verbindend und stets inspirierend“, bilanziert Dr. Siebenhaar.

