
Das Virtuelle Internationale Moulagen-Archiv: Geschichte trifft Zukunft
Durch 3D-Technologien historische Schätze bewahren und für Lehre und Weiterbildung nutzen
- Rund 500 hochauflösende 3D-Scans von Modellen aus bedeutenden historischen Sammlungen (Bologna, Paris, Erlangen, Frankfurt und Zürich).
- Intuitive Nutzbarkeit: Filtern Sie die Exponate gezielt nach Diagnose, Entstehungsjahr oder Sammlung, um Ihre Lehre und Weiterbildung zu bereichern.
- Historie trifft High-Tech: Erleben Sie Krankheitsbilder in einer Detailtreue, die Fotos oft nicht leisten können, bequem von Ihrem Bildschirm aus.
Über Jahrhunderte hinweg waren dermatologische Moulagen das unverzichtbare Medium der medizinischen Ausbildung und Dokumentation. Diese lebensechten Wachsnachbildungen, die oft in enger Symbiose zwischen spezialisierten Künstlern und Medizinern entstanden, dienten als das „plastische Gedächtnis“ der Dermatologie, lange bevor die Farbfotografie ihren Einzug hielt. Sie sind bis heute nicht nur präzise medizinische Dokumente, sondern auch kunsthistorische Zeugnisse von unschätzbarem kulturellen Wert.
Doch der Erhalt dieser filigranen Objekte stellt Museen und Kliniken vor große Herausforderungen. Materialermüdung, die Brüchigkeit des alternden Wachses und komplexe klimatische Lagerungsanforderungen bedrohen die physische Integrität dieser historischen Schätze weltweit. Zudem schränkt ihre Fragilität den Zugang für Studierende und die Öffentlichkeit stark ein, wodurch ihr didaktisches Potenzial oft ungenutzt bleibt.
Genau an diesem Punkt setzen moderne 3D-Technologien an, um eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft zu schlagen. Um dieses Erbe zu sichern und gleichzeitig zu revitalisieren, wurde 2024 von Alexander Schneller, Arzt an der Universitätshautklinik Augsburg, das Virtuelle Internationale Moulagen-Archiv gegründet. In einem kooperativen Großprojekt wurden ca. 500 Modelle aus den renommierten Sammlungen von Bologna, Paris, Erlangen, Frankfurt und Zürich mittels hochauflösendem 3D-Scan digitalisiert und die Einbindung weiterer Sammlungen ist in Arbeit.
Diese Exponate stehen nun als interaktive virtuelle Sammlung auf der Webseite der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) zur Verfügung. Die Datenbank ist intuitiv gestaltet: Nutzer können die Modelle gezielt nach Parametern wie Diagnose, Entstehungsjahr oder Sammlung filtern. Unser Ziel ist es, die dermatologische Lehre und Weiterbildung durch diese neuen Technologien zu bereichern und die faszinierende Ästhetik der Moulagen für die Jetztzeit nutzbar zu machen – ortsunabhängig und dauerhaft bewahrt.
Der Zugang und die Nutzung des Archivs stehen exklusiv den DDG-Mitgliedern zur Verfügung. Sie sind noch kein DDG-Mitglied? Informieren Sie sich über die Vorteile der Mitgliedschaft.
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