Insbesondere bei medikamentös bedingter Immunschwäche schon ab 18 Jahren impfen Neue STIKO-Empfehlungen zur Herpes-Zoster-Impfung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts (RKI) hat im November 2025 ihre Empfehlung für die Herpes-Zoster-Impfung (HZI) auf Personen ab 18 Jahren ausgedehnt, die eine angeborene, erworbene oder iatrogene Immunschwäche haben.
Zu diesem Personenkreis mit einem erhöhten Risiko, eine Gürtelrose zu entwickeln, zählen Patientinnen und Patienten mit schweren chronischen Grunderkrankungen (z. B. chronische Nierenerkrankung, Diabetes mellitus) oder auch Personen mit bestimmten Autoimmunerkrankungen (z.B. systemischer Lupus erythematodes) und mit immunsuppressiven bzw. immunmodulierenden Therapien (z.B. Rituximab, JAK-Inhibitoren, Anifrolumab (Typ I Interferon-Rezeptorblocker)).
Geimpft werden soll mit einem adjuvantierten Subunit-Totimpfstoff. Bislang ist dafür laut Paul-Ehrlich-Institut ausschließlich Shingrix® verfügbar.
In Bezug auf die Allgemeinbevölkerung gilt die Empfehlung, dass sich über 60-Jährige gegen Herpes Zoster impfen lassen sollten, denn die Gefahr, eine Gürtelrose zu entwickeln, steigt mit dem Alter. Laut RKI hält der Impfschutz bei Immungesunden nach der Grundimmunisierung mit zwei Impfstoffdosen (im Abstand von 2 bis 6 Monaten) mindestens 10 Jahre an. Bislang hatte die STIKO eine HZI für Personen mit Risikofaktoren im Alter von ≥ 50 Jahren empfohlen.
Verkürztes Impfintervall bei Personen mit Immunschwäche
Die STIKO empfiehlt das Impfintervall bei krankheits- oder therapiebedingter Immundefizienz zu verkürzen: Die 2. Impfstoffdosis kann bereits 1 bis 2 Monate nach der ersten verabreicht werden. Ist eine immunsuppressive Therapie geplant, sollte die HZ-Impfung möglichst vor dem Behandlungsbeginn durchgeführt werden.
Es liegen noch keine Daten in Bezug auf die Impfschutzdauer bei Personen mit Immunschwäche vor, weshalb die STIKO aktuell keine Empfehlung zum Thema Wiederholungsimpfungen abgibt.
Die durch das Varizella-Zoster-Virus verursachten Windpocken waren bis in die 1990er Jahren hierzulande weit verbreitet. Laut RKI waren es jährlich bis zu 750.000 Windpockenerkrankungsfälle. In den letzten Jahren erkrankten in Deutschland erstmals weniger als 20.000 Menschen an Windpocken. Erst im Jahr 2004 sprach die STIKO die generelle Empfehlung zur Varizellenschutzimpfung für Kinder aus. Die „Kinderkrankheit“ verläuft meist harmlos. Allerdings bleibt das Virus das ganze Leben lang – zurückgezogen in die Nervenzellen der Ganglien – im Körper und kann wieder aktiv werden. Auslöser sind neben Grunderkrankungen, Infekten und Stress auch die altersbedingte Immunschwäche. Die Herpes-Zoster-Impfung senkt das Risiko für Gürtelrose und Zoster-Neuralgie.
Über Herpes Zoster aufklären und Impfquoten erhöhen
Laut RKI ist die Impfquote für die abgeschlossene HZ-Standardimpfung bei der Altersgruppe der ≥60-Jährigen nach Einführung der Empfehlung im Jahr 2018 von 0,6 % (2020) auf 20,6 % (2024) gestiegen. Bei den bislang anspruchsberechtigten Patienten mit Risikofaktoren im Alter von 50 bis 59 Jahren lag die Impfquote bezogen auf die Allgemeinbevölkerung bei nur 3,2 Prozent.
Indikationen für eine Gürtelrose-Impfung ab 18 Jahren:
https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Herpes_zoster/FAQ-Liste_Impfempfehlung.html?nn=16905430#entry_16870514
Zum Impfstoff:
Der Impfstoff Shingrix® wurde 2018 wurde von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA (European Medicines Agency) zugelassen.
Zur Fachinformation https://gskpro.com/content/dam/global/hcpportal/de_DE/produktinformationen/shingrix/FI_Shingrix_Pulver_und_Suspension_zur_Herstellung_einer_Injektionssuspension.pdf
Quelle:
Epid Bull 2025;45:3-27
https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Epidemiologisches-Bulletin/2025/45_25.pdf?__blob=publicationFile&v=4