DDG intern: Mitglieder im Vorstand

Berufsdermatologe, Präventionsforscher und international agierender Experte für Gesundheitskompetenz
Ein Porträt des DDG-Vorstandsmitglieds Prof. Dr. Swen Malte John
„Willst leben froh und in die Läng, leb‘ in der Jugend hart und streng, genieße alles, doch mit Maß, und was dir schlecht bekommt, das lass.“
Christoph Wilhelm Hufeland (1762-1836), dt. Arzt, Sozialhygieniker und Professor der Medizin
Bald 200 Jahre ist es her, da verfasste der Arzt und „Langlebigkeitstheoretiker“ Christoph Wilhelm Hufeland seine „Makrobiotik in Merkversen“. Noch bekannter dürfte sein Diktum „Vorbeugen ist besser als Heilen!“ sein. Auch wenn die Vorstellungen von „angeborener Lebenskraft“ und „stetem Kräfteverbrauch“ nicht mehr in unsere Zeit passen, der Grundgedanke von Prävention ist frisch und aktuell. Und wer auf Reim und Merkvers setzt, weiß um die Wichtigkeit der didaktischen Vermittlung wichtiger Inhalte. Präventionsforscher wie Prof. Swen Malte John, Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation an der Universität Osnabrück (iDerm) und Mitglied im Vorstand der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG), wissen um den Stellenwert von Patienteninformation und -edukation. Denn die Risiken für Hautkrebs oder berufsbedingte entzündliche Hauterkrankungen lassen sich durch Verhaltensänderung drastisch reduzieren. Das hat er vielfach belegt.
Swen Malte John studierte Medizin in Marburg, London und Bonn. Er promovierte 1983 an der Philipps-Universität Marburg. Von 1984 bis 1990 absolvierte John seine Weiterbildung zum Arzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten an der Universitätshautklinik im Münster. 1990 wurde er Akademischer Oberrat und Oberarzt in der Abteilung Dermatologie an der Universität Osnabrück. Im Jahr 2004 übernahm er die Leitung dieser Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin, Gesundheitstheorie (zunächst kommissarisch) an der Universität Osnabrück. Seit 2008 ist er zusätzlich Wissenschaftlicher Direktor in dem von ihm gegründeten Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück und erhielt den Ruf auf die W3-Professur für Berufsdermatologie an der Universität Osnabrück.
Das Thema Prävention von berufsbedingten Hauterkrankungen „in die Fläche zu bekommen“, bedarf eines langen Atems, welchen der begeisterte Radfahrer, von dem es heißt, dass er etwa 25 Fahrräder besitzt und keine Höhenmeter scheut, zweifellos hat. Prävention und Forschung müssen zudem in einem größeren auch Ländergrenzen überschreitenden Ansatz erfolgen. Als renommierter Experte arbeitet Prof. John für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Weltarbeitsorganisation (ILO) und ist dort federführender Gutachter der gemeinsamen WHO/ILO-Methode zur Bewertung der globalen Krankheitslast von berufsbedingtem Hautkrebs. Prof. Johns großes Talent ist es, Interessenvertreter aller Bereiche miteinander für seine Inhalte ins Gespräch zu bringen: Patientenorganisationen, Sozialpartner, Mitglieder der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlaments oder von UN-Institutionen. Er ist ein engagierter internationaler Netzwerker für die Dermatologie.
Prof. Johns Arbeits- und Forschungsschwerpunkte liegen in der dermatologischen, allergologischen und hautphysiologischen Grundlagenforschung, sowie in der Präventions- und Rehabilitationsforschung. Wissenschaftlich fundiert entwickelt er interdisziplinäre, ambulant-stationär vernetzte Präventionsangebote für Menschen mit berufsbedingten Hauterkrankungen („Osnabrücker Modell“). Im Kern dieses Konzeptes steht neben der berufsspezifischen dermatologischen Diagnostik und Therapie die strukturierte Patientenschulung. Ziel ist es, Gesundheitskompetenz zu vermitteln.
Prof. John hat mehr als 500 Arbeiten verfasst und ist federführender Herausgeber wichtiger Lehrbücher wie das internationale Standardwerk der Berufsdermatologie („Kanerva’s Occupational Dermatology“). Auch hat er im Auftrag der WHO die Schriftleitung des WHO Global Report on Psoriasis übernommen.
Er ist in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien und Verbänden engagiert, so unter anderem als Vorsitzender der Taskforce on Occupational Skin Diseases der European Academy for Dermatology and Venereology (EADV), Secretary des Scientific Committee on Occupational and Environmental Dermatoses der International Commission on Occupational Health (ICOH) sowie External Advisor des ILDS WHO Committees. Prof. John leitet langjährige EU-Projekte im Bereich der Berufsdermatologie. Schwerpunkte hierbei sind die Hautbarriereforschung, Epidemiologie, Versorgungsforschung und health literacy von Beschäftigten in hautbelastenden Berufen.
In der DDG ist er seit vielen Jahren Vorstandsmitglied und wird aufgrund seiner Expertise bei berufsdermatologischen Themen und in Präventionsfragen und als Bindeglied auf dem internationalen Parkett außerordentlich geschätzt. Zu seinen zahlreichen Ehrungen, zu denen auch der renommierte Hufeland-Preis für Präventivmedizin [sic!] der Bundesärztekammer gehört, gesellte sich Anfang März 2024 eine Auszeichnung der International League of Dermatological Societies (ILDS): Prof. John erhielt den ILDS Award 2023 „Certificate of Appreciation in International Leadership“ für seinen bedeutenden Beitrag zur Förderung der internationalen Dermatologie.