Mikroplastik im Duschgel? Parabene in Hautcremes? Weichmacher in Sonnencreme? Über 90 % aller Kosmetik- und Pflegeprodukte enthalten Mikro- und Nanoplastik, die gesundheitsschädliche Chemikalien beinhalten können. Doch nicht nur in Kosmetik, auch in herkömmlichen Reinigungsmitteln lauern Stoffe, die unserer Gesundheit und der Umwelt schaden können.
Wir kommen täglich mit diesen Stoffen in Kontakt – und die Haut spielt dabei eine zentrale Rolle: Sie ist durchlässig, sodass aufgetragene Substanzen aus Cremes oder Reinigungsprodukten die Hautbarriere überwinden, ins Blut gelangen und sich im Körper verteilen können. Gleichzeitig können bestimmte Umweltchemikalien die Hautbarriere zusätzlich schwächen und so bestimmte Hauterkrankungen begünstigen oder verschlimmern.
Neben Kosmetik- und Pflegeprodukten stellt auch Kleidung einen häufig unterschätzten Expositionspfad dar: Chemikalien aus Textilien können direkt über die Haut aufgenommen werden. Selbst wenn sich die Belastung durch Waschen neuer Kleidung reduzieren lässt, gelangen die Stoffe dabei in die Umwelt und können sich dort anreichern. Hautkontakt ist damit nicht nur aus gesundheitlicher, sondern auch aus umweltbezogener Perspektive relevant.
Für Gesundheitsberufe gewinnt dieses Thema zunehmend an Bedeutung: Sie beraten Patient*innen, begleiten Menschen mit Hauterkrankungen und können wichtige Impulse für Prävention und Aufklärung setzen. Gleichzeitig rückt vermehrt die Frage in den Fokus, welche Rolle der Hautkontakt als Expositionspfad im gesundheitlichen Kontext spielt und wie dieses Wissen in der Praxis berücksichtigt werden kann.
Genau hier setzt unsere abschließende Veranstaltung der Fortbildungsreihe an: Gemeinsam möchten wir ein besseres Verständnis dafür entwickeln, welche Bedeutung Hautkontakt als Expositionspfad für Umweltchemikalien hat und welche Konsequenzen sich daraus für Gesundheit, Umwelt und berufliche Praxis ergeben.
Mit unseren Gäst*innen Dr. med. Susanne Saha (Fachärztin für Dermatologie), Dr. Wiebke Winkler (Ausschuss für nachhaltige Entwicklung im Gesundheitswesen, C2DS) und Johanna Hausmann (Women Engage for a Common Future, angefragt) und Ihnen diskutieren wir u.a. folgende Fragen:
- Welchen Chemikalien sind wir über den Hautkontakt ausgesetzt?
- Welche Auswirkungen haben sie auf unsere Gesundheit und Umwelt?
- Wie kann die Exposition im Alltag erkannt und reduziert werden?
- Welchen Beitrag können Gesundheitsberufe — wie bspw. Dermatolog*innen für Aufklärung und Prävention leisten?
- Welche politischen Maßnahmen sind notwendig – und was können wir von anderen Ländern wie Frankreich lernen?
- Moderiert wird die Veranstaltung von Marie Jung, Wissenschaftliche Mitarbeiterin des CPHP.
Das Webinar ist Teil der Veranstaltungsreihe „Diagnose Verschmutzung: Umweltchemikalien als Gesundheitsproblem – vom Wissen zum Handeln“, gefördert von der TARGOBANK Stiftung.
Das Webinar ist kostenfrei und richtet sich insbesondere an Angehörige aller Gesundheitsberufe. Interessierte Personen aus anderen Bereichen sind jedoch ebenfalls herzlich willkommen!
Die Webinare der Reihe sind thematisch unabhängig voneinander und können einzeln besucht werden. Gerne stellen wir Ihnen auf Wunsch im Anschluss eine Teilnahmebestätigung aus.
Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen!