Weltkrebstag 04.02.2026 – Aktueller RKI-Bericht „Krebs in Deutschland“ zeigt: Schwarzer Hautkrebs steht bei Männern und Frauen an vierter Stelle bei Krebserkrankungen

Im Jahr 2023 wurden in Deutschland bei mehr als einer halben Million Menschen eine Krebserkrankung diagnostiziert, davon etwa 276.400 bei Männern und 241.400 bei Frauen. Die Neuerkrankungsrate war damit insgesamt leicht rückläufig. 

Diese Zahlen findet sich in dem Ende des vergangenen Jahres erschienen Berichts „Krebs in Deutschland“ für die Jahre 2021–2023, herausgegeben vom Verband Deutsche Krebsregister mit dem Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert-Koch-Institut. Vier Tumorlokalisationen sind dominant: Die Prostata (79.000) bei Männern, die Brustdrüse (75.900) bei Frauen, die Lunge (58.300) sowie der Dick- und Enddarm (55.300). 

An vierter Stelle steht bei Frauen und Männern der schwarze Hautkrebs (das maligne Melanom). (Frauen erkranken am häufigsten an Brust-, Darm- und Lungenkrebs; Männer an Prostata-, Lungen- und Darmkrebs.)

Das maligne Melanom gehört zu den aggressivsten Formen des Hautkrebses mit einem hohen Metastasierungspotenzial. Über 27.430 Melanom-Diagnosen haben die Registerexperten erfasst. Prozentual macht der schwarze Hautkrebs 5,4% (Frauen) und 5,2% (Männer) bei den häufigsten Tumorlokalisationen aller Krebsneuerkrankungen in Deutschland 2023 aus. Bei den Krebssterbefällen in Deutschland 2023 liegt das maligne Melanom bei Frauen auf Platz 19 (1,2%), bei Männern etwas höher auf Platz 15 (1,5%). Die Anzahl der Sterbefälle wird mit 3.169 angegeben. 

Frauen erkranken im Mittel mit 64 Jahren und damit früher als Männer, deren durchschnittliches Erkrankungsalter bei 69 Jahren liegt. 67% der Melanome mit dokumentiertem UICC-Stadium, das ist die internationale Standardklassifikation zur Bestimmung der Ausbreitung einer Krebserkrankung, werden im Frühstadium diagnostiziert. Die häufigste Lokalisation bei weiblichen Patienten ist an den unteren Extremitäten zu beobachten, während bei männlichen Patienten überwiegend der Rumpf betroffen ist. 

Wenn ein Melanom über Monate bis Jahre langsam horizontal (oberflächlich) in der Haut wächst, bevor es tiefer eindringt (medizinisch spricht man von einem superfiziell spreitenden Melanom, das mit ca. 60 bis 70% die häufigste Form des schwarzen Hautkrebses ausmacht), weist bei frühzeitiger Diagnose und geringer Tumordicke eine günstige Prognose auf. Dagegen ist das noduläre Mela­nom aufgrund seines raschen invasiven Wachstums mit einer ungünstigeren Prognose verbunden. Die derzeitigen relativen 5-Jahres-Überlebensraten beim malignen Melanom der Haut betragen in Deutschland 96% für Frauen und 94% für Männer.

Zu den gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogrammen in Deutschland gehört eine Hautuntersuchung, die ab dem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre durch eine Dermatologin oder einen Dermatologen (bzw. Hausärzten und Hausärztinnen mit entsprechender Fortbildung) durchgeführt werden kann. 

Die frühzeitige Diagnose von bösartigen Tumoren der Haut und auch des nicht-melanotischen Hautkrebs (des weißen Hautkrebses) verbessert die Behandlungsmöglichkeiten stark.

Bei der Darstellung der Häufigkeit von Krebserkrankungen insgesamt im RKI-Bericht sind die nicht-melanotischen Hautkrebsformen, wie international üblich, nicht berücksichtigt. Der Bericht führt die Zahlen jedoch auf: Sie machen mit 242.820 Neuerkrankungen einen großen Teil der Krebserkrankungen aus. 

Wichtigster Risikofaktor für Hautkrebs ist ultraviolette (UV-)Strahlung. Sowohl natürliche Strahlung durch die Sonne als auch künstliche UV-Strahlung im Solarium erhöhen das Risiko. Vor allem Sonnenbrände in jungen Jahren gilt es zu vermeiden. UV-Prävention minimiert das Risiko für das Entstehen von Hautkrebs massiv und sollte sowohl im Beruf (insbesondere für Outdoor-Worker) und in der Freizeit immer beachtet werden. 

Quelle:
Gemeinsame Publikation des Zentrums für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut und des Deutschen Krebsregister e. V.: Krebs in Deutschland für 2021 – 2023, 15. Ausgabe. 2025