S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie des chronischen Pruritus

Pruritus ist ein fachübergreifendes Leitsymptom zahlreicher Erkrankungen und stellt eine interdisziplinäre diagnostische und therapeutische Herausforderung dar. Im Gegensatz zu akutem Pruritus ist chronischer Pruritus (CP) ein zumeist schwer behandelbares Symptom verschiedener Erkrankungen. Laut internationaler Nomenklatur wird der über 6 Wochen (intermittierende oder kontinuierliche) bestehende, also langanhaltende Pruritus, als chronisch bezeichnet. Das Symptom kann sich mit zunehmender Dauer aufgrund von funktionellen und strukturellen Veränderungen der Pruritusverarbeitung chronifizieren. Dadurch kann sich Pruritus unabhängig von der Ursache fortsetzen und die eigentliche Warnfunktion verlieren. Stattdessen erlangt das Symptom als CP einen eigenständigen Krankheits- und Behandlungswert. So kann CP trotz Therapie und Abheilung der auslösenden Ursache bestehen bleiben. In anderen Fällen kann CP dem Nachweis der Erkrankung lange vorausgehen (prämonitorischer Pruritus).