Klinik-Arbeit und Forschung verbinden

Um Patientinnen und Patienten wissenschaftlich fundiert zu versorgen, müssen Medizinerinnen und Mediziner an Kliniken die Möglichkeit haben, an Forschung und Wissenschaft unmittelbar beteiligt zu sein. Der Alltag in der Klinik ist aber meist von einer hohen Arbeitsverdichtung geprägt, die oft zu wenig Zeit lässt für Forschungsaktivitäten. Das wiederum hat Auswirkungen auf die zukünftige Patientenversorgung, denn nur wenn Forschung und Versorgung eng miteinander verknüpft sind, können neue wichtige Forschungserkenntnisse auch rasch in die Versorgung übertragen werden. Umgekehrt sind die Erfahrungen aus der Versorgung und der unmittelbare Kontakt zu den Patientinnen und Patienten ein wichtiger Input für die Forschung.Eines der Konzepte, das Abhilfe bringen kann, ist der Karriereweg des Clinician Scientist. Dieses berufliche Modell sieht vor, dass die Ärztin/der Arzt während der Facharztausbildung Zeit für Forschung hat und damit die Basis für einen erfolgreichen Karriereweg in der akademischen Medizin und medizinischen Forschung gelegt wird.

Für den Förderzeitraum 2019 bis 2022 hat die Deutsche Stiftung für Dermatologie vier ärztliche Qualifizierungsstellen als Clinician Scientist in der Dermatologie (in der Regel 50 Prozent Forschung / 50 Prozent Klinik) für einen dreijährigen Förderzeitraum vergeben. Die Ausschreibung dieser Stipendien erfolgte unter Schirmherrschaft und Förderung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Forschung (ADF) und wird überwiegend aus ungebundenen Drittmitteln der Industrie getragen.

Mit dem DDG/ADF Clinician Scientist Programm soll der ärztlich-wissenschaftliche Nachwuchs in der akademischen Dermatologie durch Vergabe einer projektgebundenen Finanzierung gefördert werden, die der 50-prozentigen Freistellung von der ärztlichen Tätigkeit zum Aufbau eigener Forschungsexpertise dient.

Zu den Voraussetzungen für eine Bewerbung gehörten: Eine über 1-jährige ärztliche Weiterbildung in der Dermatologie oder nach bereits abgeschlossener Facharztweiterbildung eine Weiterbildung in einem Schwerpunkt oder einer anerkannten Subspezialisierung. Kontinuierliche wissenschaftliche Betätigung (nachgewiesen durch Publikationen) sowie eine wissenschaftlich fundierte und erfolgversprechende Projektskizze des Forschungsvorhabens. Die Tätigkeit als Clinician Scientist kann ausschließlich an einer akademisch geleiteten, forschungsstarken Einrichtung in Deutschland erfolgen. Die jeweilige Klinik stellt die/den Clinician Scientist dabei mindestens zu 50 Prozent von der klinischen Tätigkeit frei.

Die Ausschreibung weiterer Clinician Scientist-Stipendien erfolgt frühesten im Jahr 2021. Informationen können dann auf den Webseiten der Stiftung (www.derma-stiftung.de), sowie der DDG und der ADF (www.adf-online.de) abgerufen werden.

Stipendiaten des aktuellen Förderzeitraums:

Dr. med. Markus Heppt, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Dr. med. Christian Posch, Universität München, TUM
Dr. med. Artem Vorobyev, Universität zu Lübeck
Dr. med. Sebastian Wohlfeil, Universität Mannheim

Dank gilt den Förderern dieses aktuellen laufenden Programms:
Deutsche Dermatologische Gesellschaft e. V., Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Forschung (ADF), AbbVie Deutschland, Almirall Hermal, Janssen-Cilag, Leo Pharma, Lilly und Novartis.