Wir trauern um einen weltbekannten Forscher und herausragenden Dermatologen: Zum Tode von Prof. Dr. med. Detlef Zillikens

Mit großer Bestürzung erreichte die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) die Nachricht vom Tode Professor Detlef Zillikens. Der langjährige Direktor der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, verstarb unerwartet am 19. September 2022.

Prof. Zillikens war ein international herausragender Wissenschaftler auf dem Gebiet blasenbildender Autoimmundermatosen. Zunächst in Würzburg und später in Lübeck etablierte Prof. Zillikens völlig neuartige Tiermodelle für die Erforschung bullöser Autoimmundermatosen, mit deren Hilfe klinische und immunpathologische Veränderungen beim Pemphigoid und Pemphigus identifiziert und reproduziert werden konnten. Bereits in Würzburg etablierte er ein immunserologisches Referenzlabor zur Diagnostik blasenbildender Autoimmundermatosen. 

Detlef Zillikens wurde am 15. Juli 1958 in Wesseling geboren. Er studierte Humanmedizin an den Universitäten Bonn und Heidelberg sowie an der University of Illinois in Champaign-Urbana, USA. Zunächst absolvierte er eine zweijährige chirurgische Weiterbildung. 1988 bis 1992 war er an der Unihautklinik in Würzburg tätig. Er habilitierte sich 1993 an der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg für das Fach Dermatologie und Venerologie. Einem weiteren USA-Aufenthalt am Institut für Biochemie und im Forschungslabor der Klinik für Dermatologie des Medical College of Wisconsin in Milwaukee folgte dann 1997 die Rückkehr an die Würzburger Klinik. 2002 wurde er zum Universitätsprofessor für Dermatologie und Venerologie an der Universitäts-Hautklinik Würzburg ernannt.
 
2004 übernahm Zillikens die Leitung der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck und etablierte dort einen international führenden Forschungsschwerpunkt für blasenbildende Autoimmundermatosen. Im Jahr 2007 war er Gründungsmitglied des Exzellenzclusters „Inflammation an Grenzflächen“ der Universitäten Kiel und Lübeck, mit dem Schwerpunkt auf der Erforschung von entzündlichen Hauterkrankungen.2016 war Zillikens wesentlich an der Gründung des Center for Research on Inflammation of The Skin (CRIS) beteiligt, ein multidisziplinäres Forschungszentrum, das sich auf entzündliche Hauterkrankungen konzentriert und eine räumlich integrierte, interdisziplinäre Forschung ermöglicht. Zur Stärkung der interdisziplinären Forschung der Pemphigoiderkrankungen war er überaus erfolgreich in der Etablierung von Forschungsverbünden, die durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert werden. Im Jahr 2015 etablierte er die Forschungsgruppe „KFO 303: Pemphigoid Diseases - Molecular Pathways and their Therapeutic Potential“. Anfang dieses Jahres wurde ihm ein Sonderforschungsbereich (SFB 1526) zum Thema „Pathomechanism of antibody-mediated autoimmunity - insights from pemphigoid diseases“ bewilligt.

Mit Professor Zillikens verliert die DDG einen hochgeschätzten Kollegen mit besonderen menschlichen Qualitäten und ein sehr aktives Mitglied, das sich in zahlreichen Gremien engagierte. 
Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei seiner Familie, Freunden, Kolleginnen und Kollegen.

Erstellt am
21.09.2022