Kompetenz gegen das Altern der Haut

Neues Curriculum macht Hautärzte fit für Anti-Aging-Medizin

Ob „Fett-weg-Spritze“ oder „Botoxparty“ – neue Methoden der Lifestyle- und Anti-Aging-Medizin machen derzeit weltweit Schlagzeilen. Auch hier zu Lande verzeichnen Mediziner in den zurückliegenden Jahren eine explosionsartig gestiegene Nachfrage nach derartigen Behandlungsmethoden. Den Patienten bietet sich jedoch ein unübersichtlicher Dschungel an Angeboten und Anbietern: Hormoncrèmes gegen Cellulite gibt es beim Gynäkologen; Zahnärzte, Neurologen und andere Fachärzte spritzen Botulinumtoxin (Botox), um Falten zu glätten oder überaktive Schweißdrüsen zu bremsen. Jetzt schlagen die Fachärzte Alarm, die sich am meisten mit diesem Gebiet beschäftigen – die Hautärzte. Sie fordern: die medizinische Kosmetologie und korrektiv-ästhetische Dermatologie gehören in die Hand des qualifizierten Hautarztes.

 

„Hautärzte haben eindeutig die höchste Kompetenz auf diesem Gebiet“, ist Prof. Dr. med. Christiane Bayerl, leitende Oberärztin der Universitätsklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie Mannheim, überzeugt. „Die Grundlagen der Anti-Aging Medizin stammen alle aus unserem Fach. Die meisten Kenntnisse der Biochemie, Physiologie und Immunologie der Haut entstammen jahrzehntelanger dermatologischer Forschung.“

 

Um die Expertise der Hautärzte im Bereich kosmetischer und ästhetisch-rekonstruktiver Dermatologie auf hohem Niveau zu halten, haben die Deutsche Dermatologische Gesellschaft gemeinsam mit dem Berufsverband der niedergelassenen Hautärzte (BVDD), dem Kuratorium der Deutschen Dermatologischen Akademie (DDA) und der Arbeitsgemeinschaft für Ästhetische Dermatologie (ADK) ein neues Curriculum erarbeitet. Dieses soll Dermatologen aufbauend auf ihren Kenntnissen und Fähigkeiten der Facharztausbildung mit Neuentwicklungen im Bereich Anti-Aging-Medizin vertraut machen.

 

Themen des 3-tägigen Grundseminars „Ästhetische Dermatologie“ werden, neben allgemeinen Grundlagen zur Physiologie und Biochemie der Haut, beispielsweise auch die neusten Erkenntnisse zu natürlichen und künstlichen UV Strahlung, speziellen Haar- und Nagelerkrankungen oder die biochemische, physikalische und immunologische Behandlung von Narben sein. Zusätzlich sind praktische Kurse und eine Anzahl Pflichtstunden bei einem wissenschaftlichen Kongress zum Thema „Ästhetische Dermatologie“ vorgeschrieben. Bereits ab dem kommenden Jahr wollen DDA und ADK diese Kurse zwei- bis dreimal jährlich anbieten.

 

Die absolvierte Ausbildung wird mit einem Diplom „Medizinisch-Dermatologische Kosmetologie“ gemäß der Berufsordnung in Abstimmung mit den Ärztekammern dokumentiert. „Davon profitieren Ärzte und Patienten gleichermaßen“, weiß Prof. Bayerl. So dürfen seit Dezember 2003 Fachärzte mit zusätzlich erworbenen Qualifikationen um Patienten werben. Andererseits macht das Zertifikat den Patienten deutlich, dass sich der behandelnde Arzt weitergebildet hat und so eine qualifizierte Behandlung auf dem aktuellen Wissensstand garantiert ist.

Erstellt am
01.12.2004
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Nachrichten