Eine Impfärztin zieht eine Spritze auf.

Impfexpertise von Dermatologinnen und Dermatologen steigt: Deutsche Dermatologische Akademie vergibt 2021 bereits 140 Zertifikate

Zur Arbeit in der Dermatologie gehört die Prävention von infektiösen Hautkrankheiten durch Impfungen. Immer mehr Hautärztinnen und Hautärzte bauen ihre Impfexpertise aus und erwerben das Zertifikat „Impfen für Dermatologen (DDA)“ der Deutschen Dermatologischen Akademie (DDA). Die auch online vorzüglich funktionierenden Impfkurse gehören zu den gefragtesten Angeboten der Akademie. Bereits im ersten Halbjahr 2021 erhielten über 140 Dermatologinnen und Dermatologen nach erfolgreicher Kursteilnahme das Zertifikat.

Das Thema Impfen ist in der Dermatologie spätestens seit der Einführung der HPV-Impfung vor fast fünfzehn Jahren und der Herpes-Zoster-Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) im Jahr 2018 fest verankert. Professor Dr. med. Peter Elsner, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und Vizepräsident der DDA sagt: „Wo immer es sich um impfpräventable Erkrankungen handelt und das Risiko zu erkranken hoch ist, ist Impfen die beste Präventionsmaßnahme“. Gebärmutterhalskrebs ist zwar selten, aber der Übertragungsweg der humanen Papillomaviren (HPV) ist verbreitet – durch Sex. Zunächst war die Impfung nur für Mädchen, dann – sinnvollerweise – auch für Jungen empfohlen worden, die ohne zu erkranken, die Viren an Sexualpartnerinnen weitergeben. Beim Herpes Zoster, auch unter dem Namen Gürtelrose bekannt, gehen Schätzungen von mehreren Hunderttausend Menschen in Deutschland aus, die erkranken. 

Impfen lernt man in der ärztlichen Ausbildung. Daher ist jede Ärztin und jeder Arzt impfberechtigt und kann diese Tätigkeit auch an Personen delegieren, sofern diese qualifiziert sind. „Zum Impfen gehört jedoch mehr, als eine Spritze zu setzen. Neben rein technischen Fragen steht vor allem die Impfberatung im Zentrum. Denn zum Impfen gehört Vertrauen“, erklärt Elsner, Direktor der Klinik für Hautkrankheiten am Universitätsklinikum Jena. Seit vielen Jahren bieten die Ärztekammern in Deutschland Impfkurse an. Spezialisierte Impfkurse für Dermatologinnen und Dermatologen fehlten allerdings lange. 
Diese Lücke schloss die Deutsche Dermatologische Akademie (DDA), die seit 2019 ein Impfzertifikat für Dermatologen entwickelte und seit Anfang 2020 Impfkurse für Dermatologinnen und Dermatologen anbietet. Ziel ist es, Theorie und Praxis der Impfkunde umfassend zu vermittelt und damit einen wichtigen Beitrag für Qualität und Sicherheit zu leisten.

Mit der Corona-Impfkampagne ist die Nachfrage an den Kursen der DDA noch einmal rasant gestiegen. In 2021 fanden bereits fünf Impfkurse statt, die alle ausgebucht waren. 143 Dermatologinnen und Dermatologen haben das Zertifikat „Impfen für Dermatologen (DDA)“ erworben und bringen sich nun in spezifische dermatologische Impfungen, aber auch in die Corona-Impfungen ein. Kein anderes Zertifikat wurde in diesem Jahr so nachgefragt. „Diese hohe Nachfrage zeigt uns, wie gut das zugrunde liegende Curriculum die Bedürfnisse und Ansprüche der Teilnehmenden wiederspiegelt“, sagt Elsner.
Die Fortbildungsinhalte für die Zertifizierung „Impfen für Dermatologen (DDA)“ werden in einem ganztägigen Modul vermittelt. Inhaltlich geht es um die Impfsituation in Deutschland, Impfarten und Umgang mit Impfstoffen, technische Anforderungen beim Impfen und Impfmanagement in der Praxis, rechtliche Fragen beim Impfen, die spezifisch dermatologische Impfberatung und spezielle dermatologische Impfungen (HPV, Zoster) sowie die Finanzierung, Verordnung und Abrechnung von Impfungen. Zum Abschluss erfolgt eine Lernerfolgskontrolle.

„Mit dem Kurs ‚Impfen für Dermatologen (DDA)‘ erhalten Dermatologinnen und Dermatologen alle praxisrelevanten Kenntnisse, um eine qualitätsgesicherte dermatologische Impfberatung durchzuführen. Und sie werden motiviert und befähigt, diese dann auch durchzuführen“, fasst Elsner zusammen. Gerade im Zusammenhang der nun Fahrt aufnehmenden Corona-Impfkampagne und mit der breiten Etablierung von immunsuppressiven systemischen Therapien in der dermatologischen Praxis, seien es klassische Immunsuppressiva, Biologika oder JAK-Inhibitoren, werde die individuell abgestimmte Impfberatung von Patientinnen und Patienten zudem immer wichtiger, so der Dermatologe.

Der Kurs „Impfen für Dermatologen (DDA)“ wird auf den Kongressen „DDG-Tagung“ und „Dermatologie KOMPAKT & PRAXISNAH“ (18.-20.02.2022) angeboten. Davon unabhängig bietet die Akademie weitere Termine an. Der nächste Kurs findet als digitale Veranstaltung am 11.09.2021 statt. Weitere Informationen: https://akademie-dda.de/

Literatur: 
Elsner P, Pfister W, Schliemann S. Zertifizierung: „Impfen für Dermatologen (DDA)“. Akt Dermatol 2020; 46: 83–85. DOI 10.1055/a-0986-6481 

Kontakt:
Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)
Beauftragter für die Öffentlichkeitsarbeit: 
Prof. Dr. med. Peter Elsner
Ansprechpartnerin Pressestelle: 
Dagmar Arnold
- Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit -
Robert-Koch-Platz 7
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Erstellt am
08.06.2021