EU-Parlamente verbieten Laserbehandlungen durch Nichtmediziner

DDG fordert Regelung in Deutschland.

Laser gehören zu den modernsten Technologien in der Medizin. Seit der Einführung wuchs der Einsatz stetig – vor allem im Bereich der kosmetischen Korrekturen an Haut und Haar. Vor den Gefahren warnte die Strahlenschutzkommission (SSK) schon vor acht Jahren mit ihrer Empfehlung, dass kosmetisch begründete Behandlungen von Hautveränderungen mit Lasern nur von speziell ausgebildeten Ärzten durchzuführen sind.

Vor ca. 20 Jahren wurden neben der Lasertechnologie auch hochenergetische Blitzlampen (IPL Intense Pulsed Light) entwickelt und zur Behandlung von medizinisch-ästhetischen Hautveränderungen eingesetzt. Da vom technischen
Standpunkt aus das IPL-Gerät kein Laser ist, greifen die durch die SSK empfohlenen Regelungen nicht. Dabei sind diese Anwendungen in ihrer Wirkungsweise und Gefährlichkeit dem Laser gleichzusetzen.

Was in den USA bereits seit Jahren gilt, haben die Gesetz-Geber in Griechenland und Dänemark mittlerweile erkannt. Kosmetische Behandlungen mit Lasern der Klasse 3b und 4, mit IPL Blitzlampen und allen vergleichbaren Methoden,
dürfen nur von Ärzten mit entsprechender Spezialisierung (Dermatologen / Venerologen / Plastisch-Ästhetische Chirurgen) durchgeführt werden.

Für Deutschland ist das unmittelbar nicht absehbar, denn der Gesundheitsausschuss des Bundestages und das Bundesgesundheitsministerium fühlen sich nicht zuständig. Auch das Europäische Parlament sieht keinen Handlungsbedarf, denn „…ein Entschluss in einem Mitgliedstaat der EU zwingt das Europäische Parlament nicht, eine einheitliche Regelung zu beschließen oder auf die Tagesordnung zu bringen…“.

Die DDG als wissenschaftliche Gesellschaft der deutschsprachigen Dermatologie fordert jedoch eine Regelung in Deutschland. Diese ist nach Meinung der DDG-Experten, im Sinne der Patientensicherheit und des Verbraucherschutzes,
unumgänglich und dringlicher als je zuvor. Zunehmend werden Dermatologen mit Patienten konfrontiert, die durch den unsachgemäßen Einsatz von Laser- und IPL-Geräten Verbrennungen, Narben und dauerhaft verminderte bzw.
vermehrte Färbungen der Haut und Haare erlitten haben. „Wir sind aufs höchste Maß beunruhigt über die durch Laien verursachten gesundheitlichen Schäden.“ so Prof. Gollnick, Direktor der Universitätsklinik für Dermatologie und
Venerologie in Magdeburg. Er wünscht, „sich ein Beispiel zu nehmen an Dänemark und Griechenland, denn diese Behandlungen dürfen nicht zum Schaden der Patienten führen“. Die DDG wird deshalb weiter an Ihrer Forderung
festhalten.

Erstellt am
30.01.2009
Themen
Nachrichten