Affenpocken: Laut RKI ist bislang ein Kind infiziert - Für Kinder und schwangere Frauen bestehen besondere Risiken

In Deutschland hat das Robert Koch-Instituts (RKI) bislang 3.493 Affenpockenfälle (Stand 02.09.2022) registriert. Die Zahl der wöchentlich ans RKI übermittelten Fälle ist seit Anfang August 2022 leicht rückläufig. In erster Linie wird das Virus durch sexuelle Aktivitäten übertragen, insbesondere bei Männern, die sexuelle Kontakte mit anderen Männern haben. Bislang sind nur 14 weibliche Fälle und drei Fälle bei männlichen Jugendlichen in Deutschland übermittelt worden. Anfang September wurde eine Affenpocken-Infektion bei einem Kind bekannt, die sich derzeit weiter in Abklärung befindet. 

Diese online veröffentlichten Hinweise sind wichtig, da kürzlich (26.08.2022) vom Sender RTL über die Schließung einer städtischen Kita aufgrund der Affenpockeninfektion einer Betreuungsperson berichtet wurde. Betroffen sind 93 Kinder und 25 Mitarbeitende – eine Quarantänepflicht gibt es nicht; die zuständigen Behörden haben sich – trotz geringer Ansteckungswahrscheinlichkeit – jedoch an die Empfehlungen des RKI gehalten und daher die Schließung veranlasst.

Das RKI schreibt auf seiner Webseite, dass insbesondere Neugeborene, Kinder, Schwangere, alte Menschen und Menschen mit Immunerkrankungen ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf einer Affenpockeninfektion haben. Hautinfektionen, Lungenentzündung, Verwirrtheit und Augeninfektionen, die sogar zu einem Sehverlust (durch Hornhautvernarbung) führen können, werden zu den schweren Komplikationen gerechnet.

Wenngleich die Symptome bei den meisten Infizierten innerhalb weniger Wochen von selbst verschwinden, kann es jedoch in einzelnen Fällen zu schweren Erkrankungen und auch zu Todesfällen kommen. Nach Angaben der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) wurden in der Vergangenheit Affenpocken bei Kindern und Jugendlichen dokumentiert, die in Endemiegebieten leben. Das klinische Erscheinungsbild unterscheidet sich nicht von dem bei erwachsenen Infizierten. Ob Kinder für die Affenpocken anfälliger sind, ist nicht bekannt.
Affenpocken können sich durch Kontakt mit den Flüssigkeiten von Menschen oder Tieren mit Affenpocken oder durch Kontakt mit Infektionsträgern ausbreiten. Zu einer Übertragung kann es z. B. auch durch gemeinsam genutzte Handtücher, Bettwäsche oder Toilettenartikel kommen. Affenpocken können auch während der Schwangerschaft auf den Fötus oder durch engen Kontakt während und nach der Geburt auf das Neugeborene übertragen werden.

Quellen:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/A/Affenpocken/Ausbruch-2022-Situation-Deutschland.html#:~:text=Es%20ist%20bislang%20keine%20Infektion,weltweit%2C%20insbesondere%20Europa%2C%20betrifft.
https://www.cdc.gov/poxvirus/monkeypox/clinicians/pediatric.html 
https://www.rtl.de/cms/affenpocken-ausbruch-kita-in-moenchengladbach-macht-dicht-5003675.html 
 

Erstellt am
05.09.2022