Zum Hauptinhalt springen

DDG und BVDD gründen den Verein „Hautnetz Deutschland“: Menschen mit chronischen Hautkrankheiten vernetzt versorgen

Im Auftrag der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen (BVDD) hat Prof. Matthias Augustin vom Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP) ein Konzept für die Gründung eines bundesweiten Dachvereins für die regionalen Hautnetze erstellt. Der erste Schritt für die Umsetzung des Konzeptes war die Gründung des Hautnetz Deutschland e. V. im Februar 2023. Damit startet nun ein Projekt, das die Versorgung von Menschen mit chronischen Hautkrankheiten bundesweit und nachhaltig verbessern wird.

Chronische Hauterkrankungen wie Psoriasis und Neurodermitis betreffen in Deutschland über zehn Millionen Menschen. Wenngleich der Schweregrad der Betroffenen unterschiedlich ist und daher auch die notwendige Behandlung differiert, ist offenkundig, dass die bestehenden und gut funktionierenden Versorgungsstrukturen weiter ausgebaut werden müssen, um eine leitliniengerechte Behandlung dieser Patientengruppen zu gewährleisten.

In der Deutschen Dermatologie hat sich bereits vor Jahrzehnten die Erkenntnis etabliert, dass die Versorgung von Patientinnen und Patienten insgesamt nur auf der Grundlage gesicherter Daten zu dermatologischen Erkrankungen und Therapien analysiert, weiterentwickelt und verbessert werden kann. Versorgungswissenschaftliche Studien für die Psoriasis machten den Anfang. Auf diesen aufbauend konnten eine evidenzbasierte S3-Leitlinie erstellt, das nationale Therapieregisters PsoBest aufgebaut und die nationale Versorgungskonferenz Psoriasis (NVKP) initiiert werden.

Die wichtigsten Strukturen zur Umsetzung einer leitliniengerechten Versorgung der Patientinnen und Patienten mit Schuppenflechte waren regionale Psoriasisnetze. Deren Struktur geht auf ein im Jahr 2007 entwickeltes Konzept von DDG, BVDD und IVDP zurück, das sogar von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen wurde.

Hauptgedanke des Konzeptes ist, dass sich Dermatologinnen und Dermatologen mit besonderem Interesse an der Psoriasis-Versorgung deutschlandweit zusammenschließen, denn Vernetzung und Austausch bessern die Versorgung. Zur besseren Quervernetzung der regionalen Netze untereinander wurde dann der bundesweite Dachverband PsoNet e. V. gegründet.

Die guten Erfahrungen und die Tragfähigkeit des Konzeptes der Psoriasisnetze standen Pate für die Idee einer deutschlandweit etablierten Struktur, die auch die Versorgung anderer weit verbreiteter Hauterkrankungen bestmöglich vorantreibt. Analog zu den Psoriasisnetzen sollen also regionale Hautnetze entwickelt werden.

Voraussetzung für die Entwicklung dieser regionalen Netze ist die Gründung eines bundesweit agierenden Dachverbands, dem Hautnetz Deutschland e. V. Der Verein wird paritätisch getragen von DDG und BVDD und vom CVderm/IVDP koordiniert. Das Hautnetz Deutschland e. V. hat eine übergeordnete, koordinierende und strukturgebende Funktion. Es zielt darauf ab, die Abstimmung zwischen den regionalen Netzen zu verbessern, gemeinsame Ressourcen zu erschließen und die Kommunikation nach außen zu vereinheitlichen. Zu den Aufgaben gehören ferner, die Planung und Durchführung der nationalen Versorgungskonferenz, die Begleitung der Registerarbeit in den verschiedenen Indikationen, die Unterstützung der Leitlinienprojekte und das Beauftragen von Studien zur kontinuierlichen Erfassung der Versorgungsqualität in den wichtigen Erkrankungsbereichen.
Eine zentrale Aufgabe ist die Entwicklung nationaler Versorgungsziele für wichtige Hautkrankheiten, wie sie sich bei Hautkrebs und Psoriasis schon bewährt haben. Die einzelnen Indikationen werden im Hautnetz Deutschland als Sektionen geführt, darunter beispielsweise Hautkrebs, Psoriasis u.s.w.

Zu den Zielen des Programms gehören die Verbesserung der Versorgung Hautkranker, die Prävention, die kontinuierliche und interdisziplinäre ambulante und stationäre Versorgung, die transsektorale Versorgung, die Rehabilitation und Nachsorge sowie der Langzeitbetreuung. Zudem soll eine öffentliche Akzeptanz von Menschen mit chronischen Hautkrankheiten erreicht werden.

Zu den geplanten Maßnahmen gehören die Unterstützung regionaler Fortbildungsveranstaltungen für Ärztinnen und Ärzte sowie Fachpersonal in der Dermatologie, die Entwicklung bundesweiter Patienteninformationen und -schulungen, die Organisation und Weiterentwicklung von Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung in der dermatologischen Versorgung sowie die Koordination gemeinsamer versorgungsepidemiologischer und klinischer Forschung sowie Grundlagenforschung. Erste bundesweite Versorgungskonferenzen werden 2023 zur Psoriasis (PsoNet) und zur atopischen Dermatitis stattfinden.

Im Laufe der kommenden Monate wird das Hautnetz Deutschland e. V. mit einem eigenen Internetauftritt im Web zu finden sein. Auf der 52. DDG-Tagung (26.-29.04.2023) ist das Hautnetz Deutschland e. V. zudem erstmals mit einem eigenen Stand vertreten.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. Matthias Augustin
Direktor des Institutes für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP)
E-Mail: m.augustin@uke.de

Dr. med. Thomas Stavermann
Vorsitzender Hautnetz Deutschland e. V.
Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD)
E-Mail: dr.stavermann@t-online.de

Prof. Dr. med. Mark Berneburg
Vorsitzender Hautnetz Deutschland e. V.
Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)
E-Mail: sekretariat.derma@ukr.de

Erstellt am
16.03.2023