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Advanced Clinician Scientist und Clinician Scientist in der Dermatologie

DDG vergibt vier Forschungsstipendien zur Dermato-Onkologie, Psoriasis und Geschlechtskrankheiten

Vier an deutschen Hautkliniken arbeitende Forscherinnen und Forscher können als Stipendiaten des Advanced Clinician Scientist Program (ACSP) und des Clinician Scientist Program (CSP) der Deutschen Stiftung für Dermatologie in Zukunft ihre klinische Tätigkeit mit dermatologischer Forschung verbinden. PD Dr. med. Cindy Franklin und PD Dr. med. Ricardo Werner (beide ACS) sowie Dr. med. Glenn Geidel und Dr. med. Zsuzsanna Kurgyis (beide CS) überzeugten mit ihren Forschungsprojekten das Auswahlgremium. Die Bekanntgabe erfolgte auf der DERMATOLOGIE kompakt & praxisnah am 1. März 2024 in Wiesbaden. 

Die Verbindung von klinischer Arbeit mit direktem Patientenkontakt und klinischer Forschung ist für den Fortschritt in der Medizin unverzichtbar. „Wer forschen will, braucht dafür gute Bedingungen und vor allem genug Zeit“, sagt Professor Dr. med. Julia Welzel, Präsidentin der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG). „Der Klinikalltag ist manchmal so verdichtet, dass die Forschungsambitionen zu kurz kommen. Mit dem ACSP und dem CSP steuern wir hier gegen“, ergänzt Professor Dr. med. Evelyn Gaffal von der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Forschung (ADF). Es geht also um eine „geschützte Forschungszeit“, die es jungen Ärztinnen und Ärzten ermöglicht, ihre Forschungsexpertise auszubauen. Dieses Ziel strebt die Deutsche Stiftung für Dermatologie mit ihrem Förderungsprogramm an, das unter der Schirmherrschaft und Förderung der DDG und der ADF steht. Die zwei unterschiedlich zugeschnittenen Programme für ärztliche Qualifizierungsstellen, das ACSP und das CSP in der Dermatologie, unterscheiden sich hinsichtlich der definierten Laufzeit und des Umfangs an eingeräumter Forschungszeit.

Für das ACSP im Förderungszeitraum 2024-2025 wurden zwei exzellente Nachwuchsforschende ausgewählt. PD Dr. med. Cindy Franklin, Klinik für Dermatologie und Venerologie, Uniklinik Köln, wird in ihrer ACS-Zeit das Forschungsthema „Analyse der B-Zell-vermittelten immunregulatorischen Rolle myeloider Zellen in der Progression des Melanoms“ in den Blick nehmen. Franklin untersucht in ihrem Projekt die immunregulatorische Rolle myeloider Zellen im Wächterlymphknoten und Tumorgewebe von Melanompatientinnen und -patienten. Ziel der Arbeit ist es, Biomarker zu identifizieren, die eine zukünftige Progression des Melanoms vorhersagen können. „Die Auswahlkommission überzeugte nicht nur die gut ausgearbeitete Projektskizze einer langjährig erfolgreich in der Dermatoonkologie tätigen Kollegin, sondern auch die exzellenten Vorarbeiten“, betont Gaffal.

PD Dr. med. Ricardo Niklas Werner, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité Berlin, konnte mit seinem Projekt „Antibiotische Prophylaxe sexuell übertragbarer Infektionen mit Doxycyclin – Entwicklung von Kriterien für einen rationalen Einsatz unter Berücksichtigung der Prinzipien des Antibiotic Stewardship“ überzeugen. Auf der individuellen Ebene ist der Nutzen einer antibiotischen STI-Prophylaxe mit Doxycyclin (mit einer erheblichen Reduktion des Risikos für Syphilis- und Chlamydien-Infektionen) gezeigt worden. Weitgehend unklar ist bislang, welche möglichen Auswirkungen eine breite Anwendung der prophylaktischen Einnahme von Doxycyclin auf die Entwicklung und Verbreitung von Tetrazyklin-Resistenzen bei bakteriellen STIs, aber auch bei nicht-STI-assoziierten bakteriellen Erregern und im Mikrobiom hat. Ziel des Vorhabens ist die Generierung von Daten, auf deren Grundlage eine differenzierte und evidenzbasierte Empfehlung für oder gegen die antibiotische STI-Prophylaxe mit Doxycyclin ausgesprochen werden kann. „Diese geplante Metaanalyse zur Chemo-Prophylaxe von STIs ist ein drängendes Thema, das nun im Kontext des ACSP von einem dafür bestens geeigneten Bewerber mit viel Erfahrung in der Versorgungsforschung umgesetzt wird“, begründet DDG-Präsidentin Welzel.

Beide Stipendiaten werden über einen zweijährigen Zeitraum hinweg unterstützt, in welchem etwa 50 Prozent der Arbeitszeit für die Forschung und 50 Prozent für die klinischen Aufgaben aufgewendet werden.

Für das CSP, bei dem die jeweilige Klinik die Ärztin oder den Arzt für ein Jahr zu 100 Prozent von der klinischen Tätigkeit freistellt, konnten zwei weitere herausragende Forschende ausgewählt werden. Dr. med. Glenn Geidel, Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf überzeugte mit seinem Forschungsprojekt „Computational validation of a proteomic biomarker signature with high prediction accuracy for relapse and non-relapse upon adjuvant anti-PD-1 melanoma treatment“. Ziel desklinisch-experimentell ausgerichteten Forschungsprojektes der blutbasierten Proteinbiomarker-Identifizierung ist es, in der „adjuvanten Situation im Melanom“ zu ermitteln, welche Patientinnen/Patienten ein Rezidiv erleiden werden und welche dementsprechend von einer adjuvanten Immuntherapie profitieren werden. Zugleich hilft eine solche Identifizierung, um diejenigen zu erkennen, die nicht von einer adjuvanten Immuntherapie profitieren würden, was ihnen dann ggf. eine solche auch mit Nebenwirkungen einhergehende Therapie ersparen würde. „Das ist ein sehr spannendes und innovatives Projekt mit einer klaren Zielstellung, das nun in einem kleinen multizentrischen Ansatz validiert werden soll“, fasst Gaffal die Jury-Entscheidung zusammen.

Auch die vierte Stipendiatin, Dr. med. Zsuzsanna Kurgyis, Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München überzeugte die Jury mit einem eindrucksvollen, ambitionierten Projekt. Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts „Investigation of a putative psoriasis autoantigen in mouse models“ steht ein putatives Autoantigen sowie auf das Autoantigen spezifische T-Zellen und ihre Rolle bei Psoriasis. Erste Daten deuten darauf hin, dass das Autoantigen tatsächlich zur Entwicklung der psoriatischen Entzündungen beitragen kann.
„Hier unterstützen wir eine exzellente, erfahrene Forscherin mit beeindruckender Publikationsliste, die in einem wissenschaftlich herausragenden Umfeld agiert“, sagt Welzel.

Die Übergabe* der Stipendienurkunden an die vier Stipendiatinnen und Stipendiaten erfolgte auf der DERMATOLOGIE kompakt & praxisnah am 1. März 2024 in Wiesbaden. 

Mit freundlicher Unterstützung von:
Abbvie, Almirall Hermal GmbH, Bristol Myers Squibb, Lilly Deutschland GmbH, Sanofi-Aventis Deutschland GmbH und UCB Pharma GmbH

* Bildmaterial auf Anfrage

 

 

 

Kontakt:
Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)
Beauftragte für die Öffentlichkeitsarbeit:
Prof. Dr. med. Silke Hofmann
Ansprechpartnerin Pressestelle:
Dagmar Arnold
- Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit -
Robert-Koch-Platz 7
10115 Berlin
Tel.: +49 30 246 253-35
E-Mail: d.arnold@derma.de

Erstellt am
05.03.2024