Teilnehmer der 5. Nationalen Versorgungskonferenz Hautkrebs benennen und diskutieren Herausforderungen und Lösungen einer besseren Patientenorientierung in Deutschland

Die diesjährige Versorgungskonferenz, zu der die Nationale Versorgungskonferenz Hautkrebs (NVKH) e.V. am 22. Februar 2019 ins VKU Forum in Berlin eingeladen hatte, widmete sich der Patientenorientierung im deutschen Gesundheitswesen. Mit dieser Ausrichtung der Konferenz wollten die Organisatoren einen der inhaltlichen Schwerpunkte der NVKH e.V. gezielt diskutieren und luden neben Patientenvertretern auch Akteure aus Wissenschaft und Politik ein.

Zur Eröffnung der 5. Konferenz stellte der Vorsitzende Prof. Dirk Schadendorf den rund 80 Teilnehmenden die Meilensteine der vergangenen Jahre vor, von dem Beginn der NVKH-Initiative im Jahr 2013 bis hin zur Etablierung des inzwischen sektorenübergreifenden, interdisziplinären Netzwerks, welches bisher mehr als 20 Projekte gefördert und Versorgungsziele für den Bereich Hautkrebs erarbeitet hat. Ganz aktuell berichtete Prof. Schadendorf von der Überführung des Förderverein NVKH in den gemeinnützigen Verein „Nationale Versorgungskonferenz Hautkrebs (NVKH) e.V.“. Außerdem stellte er die Herausforderungen in der Prävention, Versorgung und Patientenorientierung im Bereich Hautkrebs dar und wies damit auf die Bedeutung der anschließenden Vorträge und Diskussionen für weiterführende, auch gesundheitspolitische, Debatten hin.

Sophia Schlette vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD), die als Moderatorin die Veranstaltung begleitete, stellte daraufhin die Vortragenden vor:

 

  • „Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in Deutschland“, Dr. Sebastian Schmidt-Kaehler, Patientenprojekte GmbH
  • „Herausforderung: Patientenorientierung im deutschen Gesundheitswesen“, Bettina Godschalk, Leiterin der Geschäftsstelle der Patientenbeauftragten der Bundesregierung
  • „Patientenorientierung aus Sicht der Health Professionals“, Prof. Eckhard Breitbart, stellv. Vorsitzender NVKH e.V.
  • „Patientenorientierung aus Sicht der Hautkrebs-Selbsthilfe“, Katharina Kaminski, Hautkrebs-Netzwerk Deutschland e.V. und Melanom Info Deutschland (MID)

Neben konkreten Maßnahmen, die die Politik zur Stärkung der Patientenorientierung in den letzten Jahren in die Wege geleitet hat (z.B. Allianz für Gesundheitskompetenz, gesetzlich verankerte Stärkung der Patientenrechte), nannten die Redner konkrete Vorschläge, um die Bedürfnisse der Patienten, deren Partizipation und Information stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Dabei fokussierten sie sich auf die Themenfelder Informationsangebote, Patientenorientierung der Health Professionals und die Versorgungspraxis.

Katharina Kaminski, Prof. Carola Berking (Universitätsklinikum München), Dr. Ulrike Helbig (Deutsche Krebsgesellschaft) und Prof. David Klemperer (Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg) diskutierten anschließend die Empfehlungen. Priorisiert wurden dabei Maßnahmen für eine professionalisierte Kommunikation mit dem Patienten und die Reorganisation des Beratungsbedarfs. Andererseits forderten die Diskutanten eine größere Autonomie und Kompetenz des Patienten, beispielsweise durch Patientenschulungen sowie benutzerfreundliche, verständliche und qualitativ hochwertige Informationsmaterialien. Frau Kaminski, die in ihrem Vortrag exemplarisch die Defizite bei der Versorgung von Hautkrebspatienten dargestellt hatte, drängte außerdem auf eine stärkere institutionelle und finanzielle Anerkennung der Selbsthilfe im Versorgungssystem. Die Diskutanten waren sich einig, dass ein intelligentes, leichter verständliches und interdisziplinäres System geschaffen werden müsse, welches den Betroffenen zu jedem Zeitpunkt Zugang zu den unterschiedlichen Angeboten bietet, die sie benötigen. „Der NVKH e.V. leistet hier einen wichtigen Beitrag, um die Akteure für eine bessere Patientenorientierung zusammenzubringen“, betonte Prof. Breitbart abschließend. „Wir müssen nun als nächsten Schritt die entsprechenden Handlungswerkzeuge etablieren, um die heute vorgestellten Empfehlungen umzusetzen.“

Eingerahmt wurde die Konferenz von einer Posterausstellung, in der die Ergebnisse aus zehn NVKH-Projekten vorgestellt wurden. Während der Kaffeepause konnten sich Interessierte bei einem Rundgang mit Prof. Dorothée Nashan und Prof. Alexander Katalinic mit den Projektmitarbeitern dazu direkt austauschen. Klicken Sie hier, um sich die Poster anzuschauen.

Die AG-Sitzungen der einzelnen Handlungsfelder fanden dieses Mal am Abend des 21.2. und am Vormittag des 22.2. statt, um den Gruppen mehr Zeit für den Austausch zu geben. So stellten die Teilnehmenden dort ihre Projekte vor und diskutierten Synergien mit anderen Akteuren.

Zum Ende der Veranstaltung dankte Prof. Schadendorf allen Beteiligten und blickte motiviert in die Zukunft: „Die Diskussionen, die wir heute geführt haben, sind Grundlage für die Arbeit der NVKH in den nächsten zwölf Monaten und darüber hinaus  Ansporn für uns, weitere Fortschritte auf der 6. Versorgungskonferenz sichtbar zu machen. Wir haben dieses Jahr neue Verbündete hinzugewonnen, die wichtig für unsere ambitionierten Ziele sind.“

Weitere Informationen zur Nationale Versorgungskonferenz Hautkrebs

Die Nationale Versorgungskonferenz Hautkrebs (NVKH, engl. Skin Cancer Council Germany) vereinigt deutschlandweit behandelnde und forschende Dermatologen, Entscheidungsträger und andere Akteure des Gesundheitswesens sowie deren Projektvorhaben unter einem Dach.
Die Projekte haben zum Ziel, Prävention, Früherkennung, Versorgung sowie Bürger- und Patientenorientierung speziell im Bereich Hautkrebs zu stärken und zu verbessern. Durch diese aufeinander abgestimmten Projekte, das Nutzen von Synergien und das Teilen von gemeinsamen Werten ist ein aktives, nachhaltiges Netzwerk entstanden, das mit vereinten Kräften gegen den Hautkrebs ankämpft.
Erstellt am
19.03.2019
Autor
Frau Lisa Heinemann
Quelle
Nationale Versorgungskonferenz Hautkrebs (NVKH) e.V. c/o EURICE – European Research and Project Office GmbH