Neue Möglichkeiten zur Einbindung qualitativ hochwertiger Registerdaten in die Arzneimittel-Nutzenbewertung

Neue Möglichkeiten zur Einbindung qualitativ hochwertiger Registerdaten in die Arzneimittel-Nutzenbewertung

 

Das Deutsche Netzwerk Versorgungsforschung e.V. (DNVF) begrüßt außerordentlich, dass das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) nun Registerdaten bei entsprechender Qualität als geeignet für die erweiterte Nutzenbewertung von Arzneimitteln einstuft. Es wird damit zukünftig möglich, in die Nutzenbewertung versorgungsnahe Daten einzubeziehen, die außerhalb von randomisiert kontrollierten Studien (RCTs) erhoben werden.

Das DNVF engagiert sich seit vielen Jahren dafür, die in Registern vorhandenen Daten für Forschungs- und Versorgungsfragen nutzbar zu machen. Die qualitativen Ansprüche an Register, die eine erweiterte Nutzenbewertung im Sinne des IQWiG ermöglichen, sind im Memorandum „Register“ des DNVF von 2009 in Abstimmung mit den Fach- und Arbeitsgruppen des DNVF erarbeitet und veröffentlicht worden. Es wurden klare Kriterien aufgestellt, an denen sich Register orientieren sollen, um ihre Qualität transparent und nachvollziehbar aufzuzeigen. Die vom DNVF Anfang 2020 publizierte Aktualisierung des Memorandums [1] unterstützt die qualitativen Anforderungen des IQWiGs ausdrücklich. Das DNVF übernimmt hier gerne Verantwortung für die qualitative Weiterentwicklung von Registern und wird die bisher entwickelten Kriterien für die Qualität von Registern, aber auch die methodisch notwendigen Grundlagen weiter spezifizieren und zur Verfügung stellen.

Qualitativ hochwertige Register bieten für die Zukunft eine valide Basis, um Evidenz auch aus Real-World-Daten (RWD) zu generieren und zu etablieren. „Registerdaten helfen dabei, Fragestellungen zu adressieren, die mit RCTs nicht beantwortet werden können“, kommentiert Prof. Dr. Monika Klinkhammer-Schalke, Vorstandsvorsitzende des DNVF „Der Goldstandard RCT bleibt dabei weiterhin erhalten“ Das DNVF mit seinen Fachgesellschaften, Arbeits- und Fachgruppen wird die Registernutzung mit aller Kraft unterstützen und sieht sich für diese Aufgabe gut vorbereitet.

Quellen:
[1] Memorandum Register für die Versorgungsforschung: Update 2019, J. Stausberg et al.
https://www.netzwerk-versorgungsforschung.de/index.php?page=memoranden

Das Deutsche Netzwerk Versorgungsforschung e.V. (DNVF) Der gemeinnützige Verein „Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung e.V.“ (DNVF) wurde am 2. Mai 2006 in Berlin gegründet. Das Netzwerk entwickelte sich aus der Ständigen Kongresskommission des „Deutschen Kongresses für Versorgungsforschung“ (DKVF). In dieser Kommission waren insgesamt 33 medizinische (z.B. Kardiologie, Chirurgie), pflegerische und gesundheitswissenschaftliche (z.B. Medizinische Soziologie, Medizinische
Psychologie) Fachgesellschaften beteiligt.

Das DNVF ist ein interdisziplinäres Netzwerk, das allen Institutionen und Arbeitsgruppen offen steht, die mit der Sicherung der Gesundheits- und Krankenversorgung unter
wissenschaftlichen, praktischen oder gesundheitspolitischen Gesichtspunkten befasst sind.
Das DNVF hat sich zum Ziel gesetzt, die an der Versorgungsforschung im Gesundheitswesen beteiligten Wissenschaftler zu vernetzen, Wissenschaft und Versorgungspraxis zusammenzuführen sowie die Versorgungsforschung insgesamt zu fördern.

Kontakt:
Dr. Thomas Bierbaum (Geschäftsführer des DNVF e.V.)
Tel.: 030 – 1388 7071, E-Mail: info@dnvf.de
www.netzwerk-versorgungsforschung.de

Erstellt am
06.02.2020
Autor
Dr. Thomas Bierbaum (Geschäftsführer des DNVF e.V.)
Themen
Berufspolitik, Dermatologie allgemein , Verschiedenes
Quelle
Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung (DNVF) e.V.