Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft e. V. schreibt den Oscar-Gans-Preis 2021 aus.

OSCAR-GANS-PREIS 2021

ZUR FÖRDERUNG DER EXPERIMENTELLEN DERMATOLOGIE

Plakat mit Ausschreibungstext zum Download als PDF

Der Oscar-Gans-Preis gehört zu den bedeutendsten Wissenschaftspreisen in der Dermatologie und wird alle zwei Jahre von der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft e.V. (DDG) ausgeschrieben zur Förderung der experimentellen Dermatologie. Namensgeber dieser besonderen Auszeichnungen ist der Dermatologe Oscar Gans, der die Entwicklung der Dermatologie in Deutschland entscheidend mitbestimmt hat.

Oscar Gans hat die Entwicklung der Dermatologie in Deutschland über Jahrzehnte entscheidend mitbestimmt; er war der geistige Nachfolger von P. G. Unna. Mit seinem Standardwerk „Histologie der Hautkrankheiten“, in erster Auflage 1925 und 1928 erschienen, zusammen mit Steigleder 1955 und 1957 in zweiter Auflage herausgegeben, schuf er ein Werk, das die einzigartige Histopathologie der Hautkrankheiten von Unna würdig fortsetzte. Bahnbrechende Arbeiten von Bruno Gans sind der funktionellen Dermatologie gewidmet: Eine fundamentale Erkenntnis war der Nachweis eines erhöhten Sauerstoffverbrauchs in der psoriatisch veränderten Haut. Andere wegweisende Ergebnisse erzielte Oscar Gans bei Untersuchungen über Verschiebungen des pH-Wertes und der Mineralien in der erkrankten Haut. Oscar Gans genoss internationale Anerkennung.

Große Verdienste hat er sich um die Entwicklung der Dermatohistologie in den Vereinigten Staaten erworben. Als Gastprofessor hielt er 1926 an der Mayo Clinic ein histophatologisches Seminar ab, an dem mehrere Dermatologen teilnahmen, die später die Entwicklung der Dermatologie in den Vereinigten Staaten, ganz besonders aber die Dermatohistologie, entscheidend beeinflussten, wie etwa Henry Michelson und Hamilton Montgomery.

Oscar Gans wurde am 6. Februar 1888 in Dormagen bei Köln geboren. Sein Lebensweg war durch seine Ausbildung bei Aschoff und P. G. Unna geprägt. In Heidelberg wurde er unter Bettmann habilitiert, 1930 übernahm er das Ordinariat in Frankfurt/Main als Nachfolger von Geheimrat Karl Herxheimer. 1934–1949 war er in Indien in der Emigration, wo er eine Privatpraxis eröffnete und Vorstandsmitglied des jüdischen Hilfsvereins Bombay war. 1946 wurde ihm der Lehrstuhl in Frankfurt/Main wieder angeboten, außerdem erhielt er einen Ruf nach München, er entschied sich aber für Frankfurt.
Sein Organisationstalent und seine integre Persönlichkeit führten dazu, dass Oscar Gans entscheidenden Anteil am Aufbau des Universitätsleben der Nachkriegszeit in Deutschland hatte, auch als Vorstandsmitglied des Westdeutschen Medizinischen Fakultätentages von 1950–1960, als Mitglied des Internationalen Komitees für Dermatologen bis zur 100. Tagung 1971.
Er war lange Jahre ärztlicher Direktor der Universitätsklinken in Frankfurt/Main, Dekan der Medizinischen Fakultät und Rektor der Universität. Sein internationales Ansehen und seine freundschaftlichen Verbindungen zu führenden Kollegen der Erde trugen entscheidend dazu bei, die auch im Bereich der Dermatologie unterbrochenen Verbindungen zwischen Deutschland und der übrigen Welt wieder herzustellen, vor allem zu den Kollegen in den USA und in England.
Eine glänzende Beobachtungsgabe, gute Menschenkenntnisse und strenge Sachlichkeit zeichneten Oscar Gans aus. Sorgfalt und Genauigkeit bei der klinischen und wissenschaftlichen Arbeit, der Blick auf die Gesamtmedizin, die Einordnung der Vorgänge an der Haut in die Funktion des Gesamtorganismus, vor allem aber das Streben nach Originalität sind Forderungen, die Oscar Gans an sich selbst stellte und verwirklichte, aber auch kommenden Dermatologengenerationen auferlegte.
Oscar Gans verstarb, 95 Jahre alt, am 28. Mai 1983 in Limpsfield, Oxted, Surrey in der Nähe von London, wo er bei seiner Tochter und seinem Schwiegersohn die letzten Lebensjahre verbrachte.

OSCAR-GANS-PREISTRÄGER

PREISTRÄGER 2019

  • Herr Prof. Dr. med. Marcus Maurer, Berlin (Hauptpreis)
  • Herr Prof. Dr. med. Cyrill Géraud, Mannheim (Förderpreis)

PREISTRÄGER 2017

  • Frau Prof. Dr. med. Sabine Eming, Köln (Hauptpreis)
  • Herr Dr. Stephan Meller, Düsseldorf (Förderpreis)
  • Herr Dr. Jeremy Di Domizio, Lausanne (Förderpreis)
  • Herr Prof. Dr. med. Georg Stary, Wien (Förderpreis)

PREISTRÄGER 2015

  • Herr Prof. Dr. med. Martin Leverkus, Mannheim (Hauptpreis)
  • Herr Prof. Dr. med. Kilian Eyerich, München (Förderpreis)
  • Herr PD Dr. med. Peter Arne Gerber, Düsseldorf (Förderpreis)

PREISTRÄGER 2013

  • Frau Prof. Dr. med. Kerstin Steinbrink, Mainz (Hauptpreis)
  • Herr Dr. med. Leopold Größer, Regensburg (Förderpreis)
  • Frau Dr. med. Anca Sindrilaru, Ulm (Förderpreis)
  • Frau Dr. med. Christina Zielinski, Berlin (Förderpreis)

PREISTRÄGER 2011

  • Herr Prof. Dr. med. Matthias Goebeler, Giessen (Hauptpreis)
  • Herr Dr. med. Kamran Ghoreschi, Tübingen (Förderpreis)
  • Herr PD Dr. med. Alexander Rösch, Homburg/ Saar (Förderpreis)

PREISTRÄGER 2009

  • Frau Prof. Dr. med. Selma Ugurel, Würzburg (Hauptpreis)
  • Herr Dr. med. Christoffer Gebhardt, Heidelberg (Förderpreis)
  • Herr Dr. med. Jürgen Schauber, München (Förderpreis)
  • Herr Dr. med. Ronald Wolf, München (Förderpreis)

PREISTRÄGER 2007

  • Herr Prof. Dr. med. Dr. OEC Stefan, Beissert, Münster (Hauptpreis)
  • Herr Dr. med. Christian Hafner, Regensburg (Förderpreis)
  • Frau Dr. med. Christina Has, Freiburg (Förderpreis)

PREISTRÄGER 2005

  • Herr Prof. Dr. med. Peter Friedl, Würzburg (Hauptpreis)
  • Herr Prof. Dr. med. Jorge Frank, Aachen (Förderpreis)
  • Herr PD Dr. med. Stefan W. Schneider, Münster (Förderpreis)

PREISTRÄGER vor 2005 oder noch früher auf Anfrage bei der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft e.V.

Bildquelle Portrait Oscar Gans: Universitätsarchiv Frankfurt am Main

Erstellt am
23.06.2020
Autor
DDG e.V.
Themen
Stipendien, DDG Infos, Dermatologie allgemein , Verschiedenes
Quelle
DDG e.V.
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