Empfehlungen zur Behandlung der atopischen Dermatitis in Zeiten der COVID-19 Pandemie

Corona-Krise und die politischen Maßnahmen: Gedanken von BVDD und DDG

Die Corona-Krise hat uns alle ziemlich fest im Griff – persönlich und beruflich. Die Arbeit in den Praxen und in den Kliniken ist dabei auch geprägt von Unsicherheiten und Ängsten. 

Unter dem Eindruck der schwersten weltweiten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg werden in vielen Ländern sehr weitreichende Veränderungen auch im Gesundheitswesen vorgenommen. In Deutschland sind sowohl durch die Bundesregierung als auch durch die verschiedenen Landesregierungen Maßnahmenbündel verabschiedet worden, die zumeist tief in unsere freiheitlichen Grundrechte eingreifen.
 
Mit einer Anordnung hat der Freistaat Bayern als erstes Bundesland die Möglichkeiten der Spahn‘schen Gesetzgebung umgesetzt. In Bayern werden nun in jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt sogenannte Versorgungsärzte benannt, die in Zukunft das Miteinander zwischen Corona-Bekämpfung und Regelversorgung organisieren sollen. Die KV Bayerns und die Ärztekammer werden verpflichtet, den Versorgungsärzten zuzuarbeiten. Diese unterstehen wiederum nur dem jeweiligen Landrat beziehungsweise Oberbürgermeister. Diese neue Organisationsstruktur gibt den Versorgungsärzten die Verfügungsgewalt über die niedergelassenen Ärzte bis hin zur Verpflichtung, z.B. in den Testzentren zu arbeiten. Auch in den Kliniken werden umfangreiche Umstellungen vorgenommen, um der antizipierten Zunahme der schwer an COVID-19 Erkrankten Vorsorge zu leisten.

Wie kann es gelingen, trotz allem den Versorgungsauftrag der Dermatologie im stationären und ambulanten Bereich aufrecht zu erhalten? Wie können wir verhindern, dass eine operative und konservative Therapie von Hauttumorerkrankungen unterbleibt und diese Tumore in einigen Wochen oder Monaten zu einer Systemerkrankung fortgeschritten sind? Wie kann die Weiterversorgung insbesondere von schweren entzündlichen Hauterkrankungen und Autoimmundermatosen auch unter systemischer immunsuppressiver bzw. immunmodulatorischer Therapie sichergestellt werden?

Patienten mit schweren Verläufen eines Zosters oder mit ausgeprägten Erysipelen stellen sich aus Angst vor Corona zu spät für eine adäquate Therapie vor. Die Versorgung hauterkrankter Patienten sollte nicht „blind“ aufgrund des Drucks der Corona-Pandemie vernachlässigt werden. Die Triagierung dermatologischer Patienten muss durch Dermatologen erfolgen und nicht durch fachfremde Disziplinen oder gar „Administratoren“.

Gerade jetzt, da mit einem Federstrich alle bisher gewachsenen und gut funktionierenden Strukturen der ärztlichen Selbstverwaltung in ein staatliches beziehungsweise länderhoheitliches Monopol überführt werden, ist es sehr wichtig, diese Fragen zu stellen.

Ob andere Bundesländer in einer Weise wie es Bayern vorgelegt hat nachziehen werden, ist noch nicht klar. Klar ist jedoch, dass wir als Verbände der dermatologischen Interessenvertretung Anstöße geben können, nicht aber umfassende Empfehlungen, da möglicherweise in jedem Bundesland nun ein anderes System etabliert wird.

Ob neue Organisationsstrukturen die Versorgung verbessern, ob es hierdurch zum Beispiel gelingt, endlich die dringend benötigten Schutzausrüstungen in die Praxen und Kliniken zu bringen – und zwar in alle – wird zu beweisen sein. Zudem fragen wir uns, wie sich der Arztberuf und die Versorgung unserer Patienten verändern werden und auch ob diese Maßnahmen den Blick auf die Medizin durch (angehende) Studenten verändern. Auf jeden Fall sollten wir Stellung beziehen für eine angemessene Versorgung hautkranker Patienten auch und gerade in schwierigen Zeiten wie diesen.

Wir wünschen allen Kolleginnen und Kollegen beste Gesundheit und viel Kraft in diesen Tagen!

Mit freundlichen Grüßen

 
Prof. Tilo Biedermann
DDG-Präsident
 
 
Dr. Klaus Strömer 
BVDD-Präsident 
 

Im Anhang übersenden wir Ihnen noch Links, in denen kompetent zu Sachfragen wie z.B. zur Kurzarbeit etc. Stellung genommen wird.

Allgemeines:

www.virchowbund.de/corona.php?utm_source=newsletter&utm_medium=beitrag&utm_campaign=nl-service&utm_content=corona-17-03

Zur Kurzarbeit:
www.virchowbund.de/praxisaerzte-blog/kurzarbeit.php

Zur Praxisorganisation:

www.virchowbund.de/corona/corona_faq/praxisorganisation.php

Zu Recht und Finanzen:
www.virchowbund.de/corona/corona_faq/recht_und_finanzen.php

Zu medizinischen Fragen bei COVID-19

www.virchowbund.de/corona/corona_faq/medizinische_fragen.php

Erstellt am
01.04.2020
Autor
DDG e.V.
Quelle
DDG e.V.