Diagnostik und Therapie der Gonorrhoe

Nach Schätzungen der WHO traten 2012weltweit ca. 78 Mio. Gonokokkeninfektionen auf. Neben Infektionen mit Chlamydia trachomatis und Trichomonas vaginalis gehörten Gonokokken-Infektionenzu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen derWelt. Betroffen sind vorzugsweise junge Menschen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren. In den Industrienationen findet sich ein Großteil der Infektionen unter Männern, die Sex mit Männern haben (MSM). Die Inzidenz der Gonorrhoe hat in Europaund in den USA in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Die urethrale Infektion des Mannes verursacht in ca. 60% akute Symptome, die in der Regel zu frühzeitiger Behandlung führen. Allerdings kann bereits vorher eine Übertragung auf SexualpartnerInnen erfolgen. Die klassische zervikale Infektion bei Frauen verläuft dagegen häufig asymptomatisch. Sie ist aber auch dann mit einem Risiko für Keimaszension verbunden. Die resultierende Pelvic Inflammatory Disease (PID) kann neben chronischen Schmerzen eine tubare Sterilität und/oder ektope Schwangerschaften zur Folge haben. Bei allen Betroffenen bestehen häufig auch rektale und/oder pharyngeale Infektionen, die jedoch vielfach unerkannt bleiben, weil eine risikozentrierte ausführliche Sexualanamnese sowie entsprechende Untersuchungen bei asymptomatischen Personen nicht erfolgen. Zusätzlich können floride Infektionen mit N. gonorrhoeae die Empfänglichkeit für eine HIV-Infektion und deren Übertragungsrisiko erhöhen. Aus diesem Grund sollte zur Primärprävention frühzeitig eine zielpersonenorientierte Aufklärung zu Sexuell übertragbaren Infektionen (STI)erfolgen; empfohlen wird hierzu die Leitlinie STI Beratung, Diagnostik und Therapie.
 

Erstellt am
21.12.2018