infantile Hämangiome im Säuglings- und Kleinkindesalter

Die Bezeichnung Hämangiom („Blutschwamm“) wird in der Bevölkerung, aber auch von vielen Ärzten und medizinischen Mitarbeitern undifferenziert für ganz verschiedene Gefäßanomalien mit unterschiedlichen biologischen und pathologischen Merkmalen verwendet. Es muss deshalb der Leitlinie eine klare Definition vorangestellt werden. Infantile Hämangiome sind proliferierende, dem Plazentargewebe in ihrer Antigenstruktur ähnliche, vaskuläre Tumore, für deren Entstehung eine lokale oder regionale Gewebehypoxie als möglicher pathogenetischer Faktor diskutiert wird. Sie müssen einerseits von anderen Gefäßtumoren, z.B. dem kaposiformen Hämangioendotheliom (KHE) oder dem Granuloma pyogenicum, und andererseits von arteriellen, venösen, lymphatischen oder kombinierten Malformationen des Gefäßsystems abgegrenzt werden. Im Hinblick auf die Entscheidung für ein aktives oder abwartendes Vorgehen ist eine frühzeitige Unterscheidung erforderlich. Hämangioendotheliome und andere kongenitale oder früh manifeste vaskuläre Tumore ebenso wie die verschiedenen Gefäßmalformationen sind von infantilen Hämangiomen abzugrenzen und sind nicht Gegenstand dieser Leitlinie. Sie werden im Weiteren nur im Rahmen der differentialdiagnostischen Abgrenzung erwähnt. Diese Leitlinie dient der gezielten Indikationsstellung zu diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen bei infantilen Hämangiomen im Säuglings- und Kleinkindesalter. Zielgruppe sind Kinder- und Jugendärzte, Kinderchirurgen, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen und Dermatologen in Klinik und Praxis, Allgemeinärzte und andere Ärzte, denen Kinder mit Hämangiomen vorgestellt werden 
 

Erstellt am
28.02.2015