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Präventionsgesetz nachbessern: Verbände und Organisationen fordern mit Online-Petition sexuelle und reproduktive Gesundheit als präventives Handlungsfeld zu verankern

Mit dem Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention (Präventionsgesetz - PrävG) aus dem Jahr 2015 soll die Zusammenarbeit der Sozialversicherungsträger, der Länder und Kommunen in Bezug auf Gesundheitsförderung und Prävention verbessert werden.

Die Zielsetzung des Gesetzes ist begrüßenswert. Prävention soll den Stellenwert erhalten, den sie in der Gesellschaft haben sollte. Es geht um das Verhüten und die Früherkennung von Krankheiten und um das langfristig Gesundbleiben.

Die Handlungsfelder des Gesetzes umfassten bisher ausschließlich Ernährung, Bewegung, Stressregulation und Sucht. Doch ein wichtiges Handlungsfeld fehlt: die sexuelle und reproduktive Gesundheit. Das ist ein Lebensbereich, der für alle Altersgruppen und alle Bevölkerungsgruppen relevant ist, und in dem Prävention einen wichtigen Platz einnimmt.
Ob Schutz vor Gebärmutterhals- und Analkrebs (durch HPV-Impfung), Schutz vor HIV-Infektion (durch „Prä-Expositions-Prophylaxe/PrEP “) oder „safer sex“, um das Risiko für sexuell übertragbare Erkrankungen zu senken – es braucht Aufklärung mit allgemein verständlichen Informationen, Beratungsangebote und geschultes Personal. 

Um auf diese große Lücke im Präventionsgesetz aufmerksam zu machen, haben sich 18 Verbände und Organisationen, die im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit wichtige Präventionsarbeit leisten, zusammengeschlossen und fordern das Bundesgesundheitsministerium mit einer Petition dazu auf, das PrävG nachzubessern.

Initiator ist die Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung (ÄGGF). Mit dabei sind die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, der Berufsverband der Frauenärzte, die Deutsche STI-Gesellschaft, die Deutsche Akademie für Prävention und Gesundheitsförderung im Kindes- und Jugendalter und viele weitere. Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) unterstützt diese Initiative.

Die gesetzliche Verankerung ist die Voraussetzung für die Finanzierung vieler wichtiger Präventionsprojekte von gemeinnützigen Organisationen durch Krankenkassen oder andere Institutionen. Mit einer Aufnahme des Handlungsfelds sexuelle und reproduktive Gesundheit im Präventionsgesetz (PrävG) kann dann die wertvolle Arbeit, die jetzt bereits hinsichtlich Aufklärung, Beratung und präventiver Maßnahmen von zahlreichen Stellen geleistet wird, fortgesetzt und ausgebaut werden.

Prävention im Bereich sexuelle und reproduktive Gesundheit soll stärker verankert werden. Ab 11. März 2024 kann die Petition (in einem Zeitraum von etwa zwei Monaten) online unterzeichnet werde. www.openpetition.de/!zympf

Erstellt am
18.03.2024