Keine werbenden Vorher-Nachher Bilder mehr

Das Arzneimittelgesetz / Heilmittelwerbegesetz wurde mit Wirkung zum 1.4.06 geändert. Abmahnungen drohen Ärzten, "die mit vergleichenden Bildern für operative Verfahren werben, soweit sich die Werbeaussage auf die Veränderung des menschlichen Körpers ohne medizinische Notwendigkeit bezieht"

Welche Auswirkungen die Gesetzesänderung für die ästhetische Dermatologie haben kann, insbesondere wie sie sich auf die im Internet und Patientenbroschüren häufig verwendeten "Vorher-Nacher"-Bilder auswirkt, soll nachfolgend kurz dargestellt werden.

Die amtliche Gesetzesbegründung zeigt, dass der Gesetzgeber jetzt auch Schönheitsoperationen als, in den meisten Fällen, operative Verfahren ohne medizinische Notwendigkeit in den Anwendungsbereich des Heilmittelwerbegesetzes einbezieht. Angesichts der steigenden Zahlen von ästhetischen und schönheitschirurgischen Eingriffen sei es notwendig geworden, die Werbung für diese Verfahren dem Heilmittelwerbegesetz zu unterwerfen.  

"Außerhalb der Fachkreise darf mit der bildlichen Darstellung der Wirkung einer Behandlung durch vergleichende Darstellung des Körperzustandes oder des Aussehens vor und nach der Anwendung nicht geworben werden".

Dies gllt nicht nur für klinische Fotos, sondern auch für schematische Darstellungen.

Eine gewisse Rechtsunsichertheit bleibt: Der Gesetzgeber wollte offenbar durch die Formulierung "operative Eingriffe" klarstellen, dass andere Verfahren, die mit einer Körperverletzung einhergehen, wie z.B. Piercing oder Tätowieren, nicht unter das Heilmittelwerbegesetz fallen. Ob aber alle Formen der Laserbehandlung der Haut oder die Unterspritzungvon Falten von der neuen Rechtslage betroffen sind, lässt sich zur Zeit noch nicht abschließend beurteilen. Im Zweifelsfall wird wohl für eine rechtliche Bewertung eines möglichen Verstoßes gegen das  Heilmittelwerbegesetz das Risikoprofil der Maßnahme und damit das Gefährdungspotential für die Patienten herangezogen werden.

Wer ab April 2006 mit "Vorher-Nachher"-Bildern wirbt, begeht u. U. einen Wettbewerbsverstoß und riskiert eine Abmahnung, einstweilige Verfügung oder sogar eine Unterlassungsklage. Dermatologen sollten ihre Websites und sonstigen Werbematerialien daher unbedingt prüfen und gegebenenfalls revidieren. (UK)

Erstellt am
01.04.2006
Themen
Nachrichten