Deutsche Hautärzte sind Spitze

Keine andere Facharztgruppe bildet sich so umfassend weiter

 

Ob auf Kongressen, bei Workshops oder im Selbststudium, Deutschlands Hautärzte sind die Spitzenreiter ihrer Zunft, wenn es um die Weiterbildung geht. Mehr als zwei Drittel aller Dermatologen nehmen regelmäßig Fortbildungsangebote wahr. Damit ist die Dermatologie das Fach mit der höchsten nachgewiesenen Fortbildungsquote.

„Die Halbwertzeit des medizinischen Wissens hat sich auf wenige Jahre verkürzt“, so Professor Dr. med. Michael Landthaler, Direktor der Dermatologischen Klinik der Universität Regensburg. „Wir sind es unseren Patienten schuldig, unsere fachliche Kompetenz durch berufsbegleitende Weiterbildung auf hohem Niveau aufrechtzuerhalten.“

 

Doch nicht nur die Berufsehre verpflichtet die Ärzte zur Fortbildung. Sie sind auch gesetzlich angehalten, ihr Wissen regelmäßig auf den neusten Stand zu bringen. Was bisher noch auf freiwilliger Basis geschieht, wird ab 1. Juli 2004 für alle Ärzte zur Pflicht. Dann müssen Mediziner alle 5 Jahre mindestens 250 Punkte nach einem Fortbildungskatalog nachweisen, sonst drohen Honorarkürzungen. Wer beispielsweise Vorträge hält und sich an fachlichen Diskussionen beteiligt, kann 8 Punkte pro Tag sammeln. Für die Teilnahme an Kongressen im Ausland gibt es 6 Punkte am Tag und wer wissenschaftliche Publikationen verfasst, bekommt einen Punkt pro Beitrag.

 

Um das Dickicht im Dschungel an Weiterbildungsangeboten zu lichten, haben die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) und der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) im Jahr 1998 die Deutsche Dermatologische Akademie (DDA) gegründet. „Bis dahin haben vorwiegend die einzelnen Landesärztekammern Fortbildungsveranstaltungen für Mediziner zertifiziert, jedoch in sehr unterschiedlicher Qualität“, bemerkt Professor Landthaler, der als Präsident der DDA vorsteht. Nun werden jedes Jahr von der DDA mehrere Hundert Veranstaltungen für Dermatologen zertifiziert. Und das nützt nicht nur den Patienten. Auch für die Mediziner selbst hat die Weiterbildung Vorteile. Denn eine Änderung der ärztlichen Berufsordnung erlaubt Ärzten nun, neben dem Facharzttitel, mit dem erworbenen Know-how in eigener Sache Werbung zu betreiben.

Erstellt am
24.02.2004
Themen
Nachrichten