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Europäisches Facharzt-Diplom

Das europäische Facharzt-Diplom des UEMS European Board of Dermatovenereology

Vorbereitung auf die Facharztprüfung auf hohem Niveau.

Die Europäische Union (EU) gewährt den Staatsangehörigen der EU-Mitgliedstaaten viele Rechte, darunter die Arbeitnehmerfreizügigkeit. Eine Arbeitserlaubnis braucht es also nicht und der Zugang zu einer Beschäftigung im „europäischen Ausland“ ist möglich. Wenn Fachkräfte in anderen Ländern arbeiten wollen, müssen die Ausbildungsstandards vergleichbar und die Aus-, Weiter- und Fortbildung im besten Fall harmonisiert werden. Für die Medizin gilt das in besonderem Maße. Hier stehen Qualitätssicherung und Patientensicherheit an oberster Stelle.

Grundsätzlich werden Facharztqualifikationen in den Mitgliedsstaaten gegenseitig anerkannt. Wie aber weist man einem potentiellen attraktiven Arbeitgeber im Zielland wirklich seine fachliche Qualität nach? Das European Board of Dermatovenereology als fachspezifische Sektion der UEMS (Union Européenne des Médecins Spécialistes - UEMS) bietet jährlich in Frankfurt und jetzt auch simultan online eine Diplomprüfung an, mit der man in allen Teilbereichen der Dermatologie im Rahmen eines schriftlichen Examens anhand von 200 „multiple choice“ Fragen brillieren darf. Die Fragen sind eine Gemeinschaftsarbeit der jeweiligen Landesdelegierten, die sich in Subkommissionen organisieren. Jeweils um die 60% der Kandidaten, zugelassen ab dem 4. Weiterbildungsjahr, hatten in der Vergangenheit und zuletzt 2023 erfolgreich teilgenommen, eine Wiederholung ist ggf. im Folgejahr möglich.

Das Europadiplom setzt voraus, dass die EBDV fachspezifisch ETRs (European Training Requirements) erarbeitet und verabschiedet hat (J Eur Acad Dermatol Venereol 2019 Jul;33 Suppl 4(Suppl Suppl 4):3-25), welche selbstverständlich stetig weiterentwickelt werden müssen. So wird das Fernziel einer europäisch harmonisierten Weiterbildung vorangetrieben.

Es gibt überzeugende Gründen, sich dieser anspruchsvollen Prüfung zu stellen:

  • Kompetenznachweis bei Bewerbungen, denn das hohe Niveau des europäischen Examens ist   bei zukünftigen Chefinnen und Chefs bekannt.
  • Bewerbungen auf Stellen im Ausland werden erleichtert, denn neben dem formalen Facharzttitel aus dem Ursprungsland hat man so einen zusätzlichen Nachweis fundierten und breiten Wissens in der Hand.
  • Sich der Prüfung des EBDVD zu stellen, kann auch dazu dienen, die persönliche Exzellenz zu für sich selbst zu überprüfen und sich auf die Facharztprüfung nach den jeweiligen Regeln der Kammern in den Ländern intensiv vorzubereiten. Wichtiger noch ist, sich eingehend auf seine eigenverantwortliche Arbeit, etwa in eigener Praxis, am Ende der Weiterbildungszeit fit zu machen.
  • Mit der Teilnahme an der Prüfung wird das Ziel der UEMS, einen hohen europäischen Facharztstandard zu etablieren und zu harmonisieren, unterstützt.

Die UEMS empfiehlt nachdrücklich die Anerkennung des EBDV-Diploms durch die nationalen Behörden auch als Facharzttitel. Leider verhindert die föderale Struktur in Deutschland eine Einführung und Umsetzung in näherer Zukunft. Bei der Bundesärztekammer wies man auf die hoheitlichen Rechte der jeweiligen Landesärztekammern hin, welche die Art der Prüfung festlegen, also bisher mehrheitlich lediglich ein „kollegiales Gespräch“.

Der Vorstand der Deutsche Dermatologischen Gesellschaft (DDG) hat Repräsentanten benannt für die Arbeit in der EBDV-UEMS und empfiehlt fortgeschrittenen Assistenzärztinnen und -ärzten das Examen ausdrücklich als „self assessment“ und Examensvorbereitung.

In diesem Jahr ist die Anmeldefrist für das Examen am 5. Oktober schon vorbei, die Fristen für 2025 erfährt man auf der Webseite der EBDV

Hintergrund zur UEMS:
Die Europäische Vereinigung medizinischer Spezialisten (Union Européenne des Médecins Spécialistes - UEMS) ist eine im Jahr 1958 gegründete Nichtregierungsorganisation. Sie vertritt die Interessen von Fachärztinnen und Fachärzten im Europäischen Parlament, vor der Europäischen Kommission und gegenüber allen anderen internationalen Gremien. Derzeit sind so 1,6 Millionen Fachärztinnen und Fachärzte in der Europäischen Union und in assoziierten Ländern organisiert, aufgegliedert in 43 Fachsektionen aus 41 Ländern. Zu den Kernaufgaben der UEMS gehören die Förderung einer vollständigen beruflichen Freizügigkeit aller Ärztinnen und Ärzte in Europa, die Entwicklung von Standards in der medizinischen Weiterbildung auf dem höchstmöglichen Niveau und die gegenseitige Anerkennung der fachärztlichen Weiterbildung in Europa.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. Thomas Vogt, Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes, Repräsentant der DDG bei der EBDV und UEMS.
E-Mail: Thomas.Vogt@uks.eu

Weitere Informationen:
https://www.uems-ebdv.org/web/index.php/uems-board-examination