Sonnenschutz statt Sonnenbrand

DDG erstellt neue Leitlinie zum Schutz vor Hautschäden durch ultraviolette Strahlung

Endlich ist er da – der Frühling. Nach dem Grau der Wintermonate laden bereits die ersten warmen Sonnenstrahlen zum Sonnenbaden ein. Doch wer die Sonne zu ausgiebig genießt, gefährdet seine Gesundheit erheblich. Das belegen die weltweit dramatisch gestiegenen Zahlen der UV-bedingten Hautkrebserkrankungen. Deshalb mahnen Hautärzte zu einem maßvollen Umgang mit UV-Licht. Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft hat nun eine neue Leitlinie erstellt, die Hinweise zum richtigen Lichtschutz gibt, um chronische Lichtschäden, insbesondere Hautalterung und Hautkrebs, zu vermeiden.

 

"Mit der Leitlinie wollen wir die Bevölkerung über die individuellen Risiken sowie einen vernünftigen und maßvollen Umgang mit Sonnenlicht aufklären", erklärt Prof. Dr. Thomas Luger, Direktor der Hautklinik der Universität Münster. Er hat gemeinsam mit Kollegen verschiedener Universitätshautkliniken die Leitlinie erstellt. "Angesichts des dramatischen Anstiegs von UV-induzierten Lichtschäden sehen wir in einem wirkungsvollen Lichtschutz eine gesundheitspolitische Notwendigkeit", so Luger.

 

Wer wann wie viel UV-Strahlung aus dem Sonnenlicht abbekommt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Neben atmosphärischen Bedingungen, wie Ozonschicht und Luftverschmutzung, spielen die geographische Breite, die Höhenlage, Jahres- und Tageszeit, sowie die Bewölkung eine Rolle. Durch chronische UV-Schäden besonders gefährdet sind Menschen, die sich beruflich häufig im Freien aufhalten. Vor allem Hände, Unterarme und Gesicht sind betroffen.

 

Chronische UV-Schäden

 

Die Einwirkung von UV-Strahlen führt zu Schädigungen der Erbsubstanz (DNA) in den Hautzellen. Zwar verfügt die Haut über eine Reihe von Reparaturmechanismen, die diese Schäden beheben können. Allerdings führen nicht alle Reparaturmechanismen zu korrekter Wiederherstellung des genetischen Materials. Bleiben die Schäden unerkannt oder werden nicht repariert, so entstehen während der Zellteilung permanente Mutationen im Erbgut, die zur Entstehung von Hautkrebs führen können.

 

Eine weitere Folge chronischer UV-Exposition ist die so genannte "Photoalterung". Die Haut weist eine gelbliche Färbung auf, bildet tiefe Falten, ist schlaff und wirkt ledrig. Ursache dafür ist eine Veränderung des Bindegewebes als Folge von UV-Bestrahlung der Haut. Das hat nicht nur kosmetische Konsequenzen. Denn photogealterte Haut ist erheblich anfälliger für Verletzungen und die Wundheilung ist gestört.

 

UV-Schäden vorbeugen

 

Den besten Schutz vor schädlichen Folgen ultravioletter Strahlung bietet ein vernünftiges Verhalten. So sollte die direkte UV-Exposition durch die Sonne bzw. künstliche UV-Quellen (Solarien) am besten ganz vermieden werden. Soweit man auf den Besuch in einem Solarien nicht verzichten will, sollte man unbedingt ein zertifiziertes Solarium entsprechend den Empfehlungen des "Runden Tischs Solarien" (RTS) auswählen. Der textile Lichtschutz (Tragen von UV-dichten Kopfbedeckungen mit breiter Krempe und von UV-dichten Textilien) steht an zweiter Stelle. Lichtschutzpräparate mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 15 und einer breiten Schutzwirkung sowohl im UV-B als auch im UV-A-Bereich sollten zusätzlich eingesetzt werden.

 

Empfehlungen der DDG für den täglichen Umgang mit UV-Strahlung auf einen Blick:

 

1. Meidung von UV-Strahlung aus künstlichen Quellen (Solarien) und Meidung des Sonnenlichtes zwischen 2 Stunden vor und nach Sonnenhöchststand, insbesondere in den Sonnenmonaten.

 

2. Tragen von lichtdichter Kleidung, Hüten mit breiter Krempe und UV-absorbierenden Sonnenbrillen beim Aufenthalt in der Sonne.

 

3. An unbedeckten Körperstellen tägliche Verwendung eines Lichtschutzpräparates mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 15 und einer Wirksamkeit auch im UVA-Bereich.

 

4. Auftragen von Lichtschutzpräparaten 30 Minuten vor der Sonnenexposition.

 

5. Verwendung von wasserfesten Lichtschutzmitteln beim Baden.

 

Erstellt am
24.04.2006
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Nachrichten