Patienten mit Schuppenflechte wehren sich

Deutscher Psoriasis Bund e.V. warnt vor weiterer finanzieller Belastung chronisch Hautkranker durch die "Gesundheitsreform"

Deutschlandweit leiden rund 3 Millionen Menschen an Schuppenflechte und sind auf eine dauerhafte Behandlung ihrer Krankheit angewiesen. Die geplanten Veränderungen in der Gesetzlichen Krankenversicherung drohen gerade diese Versicherten gesundheitlich und finanziell in besonderer Weise zu treffen. Das befürchtet der Deutsche Psoriasis Bundes e. V. und macht dies in einer Stellungnahme zum aktuellen Entwurf des Gesetzes zur Stärkung des Wettbewerbs in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-WSG) deutlich. Die in der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft organisierten Hautärzte unterstützen diese Patienteninitiative:

 

Die Psoriasis, die Schuppenflechte der Haut und der Gelenke, hat eine Prävalenz in der bundesdeutschen Bevölkerung von ungefähr drei Prozent. Dies bedeutet, dass Schuppenflechte den Rang einer Volkskrankheit hat. Etwa drei Millionen Menschen in Deutschland sind daran chronisch und dauerhaft erkrankt. Es steht medizin-wissenschaftlich außer Zweifel, dass Schuppenflechte die Lebensqualität massiv verschlechtert und bislang ursächlich nicht heilbar bleibt.

 

Es gibt unterschiedliche therapeutische Verfahren auf unterschiedlichem Evidenzniveau. Nicht alle stehen gesetzlich Versicherten offen. Grund ist regelmäßig das Fehlen der notwendigen Studien, die die herrschende Meinung der Fachgesellschaft untermauern.

 

Die vorgesehenen Veränderungen werden durch die reine monetäre Ausrichtung der Veränderungen insbesondere chronisch kranke Menschen mit Schuppenflechte gesundheitlich und finanziell in besonderer Weise treffen. Nach Auffassung des Deutschen Psoriasis Bundes e. V. lösen die punktuellen Eingriffe in das Sozialgesetzbuch V nicht die Finanzierungszwänge und schaffen keine Verlässlichkeit und Nachhaltigkeit einer gesicherten, finanziellen Basis für medizinisch unabdingbar notwendige Therapien für Menschen mit Schuppenflechte in der Gesetzlichen Krankenversicherung.

 

Die geplanten Veränderungen im Sozialgesetzbuch V führen weiterhin zur Verschärfung der finanziellen Situation aufgrund der Erweiterung des Versichertenkreises ohne sachgerechten, finanziellen Ausgleich durch die letzte Reform. Der Entzug von Mitteln aus der Tabaksteuer ohne tragfähigen Ausgleich für sozialstaatliche Aufgaben, die durch gesetzlich Versicherte bereits über Jahrzehnte finanziert werden, verschärft das finanzielle Problem. Dies wird nicht nur zu der bereits angekündigten stärkeren finanziellen Belastung aller Versicherten führen, sondern über Rationalisierungszwänge wird es auch zur Rationierung kommen. Dies trifft in besonderem Maße chronisch kranke Menschen, die notwendigen gesundheitlichen Kosten nicht ausweichen können.

 

Alleine schon den Begriff des "chronisch Kranken" wieder zur Disposition zu stellen, zeigt, dass Veränderungen nur aus fiskalischen Gesichtspunkten erfolgen sollen. An dem Kriterium einer chronischen Krankheit ändern aber die finanzpolitischen Rahmenbedingungen nichts. Chronische Krankheiten sind und bleiben konstant.

 

Die sprechende Medizin wird nicht gefördert. Wir vermissen Regelungen, die die partnerschaftliche Entscheidungsfindung in der Behandlungssituation zwischen Patient und Arzt konkret fördern. Uns fehlt die Einbindung von Leitlinien der Fachgesellschaften als Norm, wenn evidente Studien fehlen.

 

Uns fehlt die Verbindlichkeit eines öffentlichen Studienregisters.

 

Unverständlich bleibt, warum auf Arzneimittel weiterhin die volle Umsatzsteuer erhoben wird. Sind Arzneimittel und Lebensmittel für das Leben wirklich nicht gleichgewichtig?

 

Die Stellungnahme im Original sowie weitere Informationen sind zu finden unter:

 

www.psoriasis-bund.de/stellungnahme.543.0.html

 

Erstellt am
23.12.2006
Themen
Nachrichten