Gesund durch den Urlaub

Worauf Patienten mit Hautkrankheiten während der Urlaubsreise im Sommer achten sollten

Sommerzeit ist Reisezeit. Viele Urlauber packen wahrscheinlich gerade die Koffer. Doch damit die "schönsten Wochen des Jahres" unbeschwerte Erholung bieten, sollten Patienten mit Hauterkrankungen vor dem Start in den Sonnenurlaub Einiges bedenken.

 

So kann die Haut von Patienten mit Neurodermitis auf warmes, tropisches Klima ganz unterschiedlich reagieren. Während viele Patienten unter Einwirkung von intensivem UV-Licht eine Besserung ihrer Erkrankung bemerken, kommt es andererseits bei manchen Betroffenen gerade durch die Sonneneinstrahlung zu neuen Ekzemschüben. Einige Patienten reagieren auch auf Wärme und Schwitzen vermehrt mit Juckreiz. Für diese Patientengruppe ist es ratsam, den Jahresurlaub eher in kühleren Gefilden zu verbringen.

 

"Hinzu kommt, dass man in tropischen Ländern anderen Bakterien ausgesetzt sein kann als hier zu Lande, sodass sich die defekte Haut zusätzlich infizieren kann", weiß Dr. med. Sibylle Schliemann-Willers, Allergologin an der Universitäts-Hautklinik Jena. Das kann die Ausbildung einer so genannten bakteriellen Superinfektion begünstigen. "Wer an Ekzemen leidet, sollte sich am besten vor dem Reiseantritt prophylaktisch vom Hautarzt beraten lassen", empfiehlt Dr. Schliemann-Willers. Außerdem sollte eine antibakteriell wirksame Crème für derartige Fälle in der Reiseapotheke nicht fehlen.

 

Ein weiteres häufig im Sommerurlaub auftretendes Problem ist, dass viele Medikamente die Sonnenlichtempfindlichkeit der Haut deutlich verändern. Auf vielen Beipackzetteln von Medikamenten findet man deshalb die Warnung, nach der Einnahme das Sonnenbaden zu vermeiden. "Diese Warnungen sollte man unbedingt erst nehmen", so Dr. Schliemann-Willers. "Wer trotzdem in die Sonne geht, riskiert erhebliche Hautausschläge an den lichtexponierten Arealen". Dabei kann es zu gefährlichen, sonnenbrand-ähnlichen Reaktionen bis zur Blasenbildung (phototoxische Reaktion) oder aber zu stark juckenden eher knötchenförmigen Ausschlägen kommen (photoallergische Reaktion).

 

Wer einen derartigen Warnhinweis im Beipackzettel seiner Medikamente findet, sollte die Sonne folglich sicherheitshalber meiden. Das kann einerseits heißen, den Schatten aufzusuchen oder andererseits textilen Lichtschutz zu verwenden, wie zum Beispiel luftige Kleidung mit längeren Ärmeln und Beinen. Einfach mehr Sonnenschutzmittel aufzutragen, reicht in diesen Fällen jedoch nicht. Keinesfalls sollte man einfach eigenmächtig Medikamente absetzen.

 

Urlauber mit Hautproblemen leiden besonders häufig unter Urlaubsdermatosen. Unter diesem Begriff werden Sonnenbrände, atypische Reaktionen auf Sonnenlicht durch Medikamente, Verletzungen und Hautinfektionen zusammengefasst. So bieten z. B. aufgekratzte Insektenstiche bei Wärme und ungünstigen hygienischen Bedingungen eine ideale Eintrittspforte für Bakterieninfektionen. Ein weiteres Problem, welches sich allerdings häufig erst nach Rückkehr in die Heimat bemerkbar macht, stellen ansteckende Pilzinfektionen dar. Diese äußern sich als gerötete, schuppende und teilweise auch nässend-verkrustete Herde an der Haut, die mit Juckreiz einhergehen. "Häufig handelt man sich diese Infektionen durch Streicheln von Hunden, Katzen und anderen Haustieren in südeuropäischen Ländern ein", erklärt Dr. Schliemann-Willers. Vielfach seien gerade Kinder davon betroffen. "Daher sollte man in fremden Ländern lieber keine Straßentiere anfassen", so die Dermatologin.

 

Erstellt am
21.07.2006
Themen
Nachrichten