Die Arbeitsgemeinschaft für physikalische Diagnostik in der Dermatologie (ApDD) wurde im Jahr 2013 mit der Zielsetzung gegründet, die nichtinvasive bzw. minimalinvasive physikalische Diagnostik als Spezialgebiet auszuweisen, einen intensiven und regelmäßigen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen, durch ihr Forschungs- und Fortbildungsprogramme zur Erhöhung des Wissens- und Erkenntnisstandes auf dem Gebiet der physikalischen Diagnostik in der Dermatologie beizutragen und die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit auf diesem Gebiet zu unterstützen und zu fördern.

Die Bildgebung in der Dermatologie hat sich in den zurückliegenden drei Jahrzehnten immens entwickelt. In den Anfangszeiten bewährten sich in der Dermatologie Ultraschallgeräte, mit deren Hilfe Differenzialdiagnosen von subkutanen Strukturen, etwa bei Zysten, Seromen, Lipomen, oder zur Abgrenzung von postinflammatorischen und metastatisch veränderten Lymphknoten möglich wurden. Die Wiederentdeckung und Weiterentwicklung der Dermatoskopie half ab den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts dabei, neues Terrain zu erschließen. Farben, Formen und Strukturmerkmale in den oberen Hautschichten waren nun erkennbar, die entscheidende Hinweise beispielsweise für die Hautkrebsdiagnostik gaben. Mittlerweile gelingt das bei allen möglichen weiteren Entitäten, wie zum Beispiel auch zu inflammatorischen Dermatosen. Die Auflichtmikroskopie ist aus dem dermatologischen (aber auch aus dem allgemeinmedizinischen) Alltag nicht mehr wegzudenken.  Einzelne Pionierinnen und Pioniere haben seit dieser Zeit Spezialgebiete erschlossen, wie die auflichtmikroskopische Untersuchung von Haaren und Kopfhaut (Trichoskopie) oder die Nutzung der Dermatoskopie zum Auffinden von Hauterkrankungen, die durch tierische Parasiten (Epizoonosen) hervorgerufen werden.

Weitere schnittbildgebende Techniken, wie die konfokale Lasermikroskopie und die optische Kohärenztomographie (OCT), sind in den letzten 20 Jahren hinzugekommen. Mittels Laserstrahl und ausgefeilter Technik ist nun ein detaillierter Einblick in die oberen Hautschichten möglich. Diese „optischen Biopsien“ in vivo ermöglichen eine umgehende diagnostische Einordnung und damit eine schnelle Therapieentscheidung. Operation, Schmerzen und Narben können in vielen Fällen vermieden werden. Auch für die Verlaufskontrollen eignen sich diese Techniken. 

Weitere innovative Bildgebungsverfahren sind neben der Multiphotonentomographie die Line-field confocal OCT, die Dermatofluoroskopie und die optoakustische Bildgebung. Dank unterschiedlicher Stärken der einzelnen Methoden bezüglich Auflösung, Eindringtiefe und Zielstrukturen schließt sich mit jeder Technik eine weitere Lücke in der dermatologischen nichtinvasiven Diagnostik.

Die Arbeitsgemeinschaft dient der Vernetzung zu den unterschiedlichen Methoden, sie fördert den Austausch auf wissenschaftlichen Symposien, sie koordiniert Fortbildungsveranstaltungen, führt Workshops und Trainingskurse durch und kooperiert mit internationalen Gesellschaften. Neue Methoden werden von der ApDD beurteilt und evaluiert und hinsichtlich möglicher Standardisierung diskutiert. Das Wissen und die Expertise der ApDD-Mitglieder findet Eingang in Leitlinien und in den Weiterbildungskatalog zur Fachärztin/zum Facharzt für Dermatologie und Venerologie. Die Arbeitsgemeinschaft plant und realisiert Forschungsvorhaben wie Multicenterstudien. Schließlich setzt sie sich für eine strukturierte Weiterbildung der Anwenderinnen und Anwender zur Qualitätssicherung in der Diagnostik ein.

Eine Mitarbeit in der ApDD wird ausdrücklich begrüßt.

Methoden:

  • Auflichtmikroskopie
  • Sonographie
  • Konfokale Lasermikroskopie
  • Optische Kohärenztomographie
  • Multiphotonentomographie
  • Digitale Multispektralanalyse
  • Elektrische Impedanzspektroskopie
  • Ramanspektroskopie
  • Neue diagnostische Methoden

Steckbrief: Arbeitsgemeinschaft für physikalische Diagnostik in der Dermatologie (ApDD)

Gegründet: 2013
Anzahl der Mitglieder: 67
Sprecherin: Prof. Dr. med. Julia Welzel

Veranstaltungen: Workshops mit praktischen Übungen auf der Fortbildungswoche 2022 und der ADO 2022
Weitere Aktivitäten: Moodle-Trainingsplattform „OCT im Focus“,„OCT in der Praxis”
Stand: September 2022