Der Informationsverbund Dermatologischer Kliniken (IVDK) zur Erfassung und wissenschaftlichen Auswertung der Kontaktallergien (IVDK) ist ein Verbund von 56 dermatologischen Abteilungen im deutschsprachigen Raum, der sich der Überwachung der Kontaktallergie widmet. Ziel des IVDK ist die epidemiologische Erforschung der Kontaktallergien. Dabei werden bei der Diagnostik anfallende Daten von den beteiligten Einrichtungen an das IVDK geschickt, dort zentral gespeichert und ausgewertet. Die so generierten Informationen und Erkenntnisse sind essenziell für die Prävention der Kontaktallergie. Der IVDK ist also ein klinisch-epidemiologisches Überwachungssystem.
Etwa 20 Prozent der Bevölkerung haben eine Kontaktallergie. Im Verlauf eines Jahres erkranken ungefähr sieben Prozent der Bevölkerung an einem allergischen Kontaktekzem. Ein solches Ekzem belastet die Betroffenen; es stigmatisiert und schränkt die Lebensqualität ein, und kann – im Falle einer Kontaktallergie gegen einen Berufsstoff – zum Verlust des Arbeitsplatzes führen.
 
Auch volkswirtschaftlich ist die Kontaktallergie von Bedeutung. Berufsbedingte Hauterkrankungen, meist Kontaktekzeme, stehen in Deutschland an der Spitze der gemeldeten Berufskrankheiten. Die in diesem Zusammenhang entstehenden Kosten werden auf über 100 Mio. Euro pro Jahr geschätzt. Im Gegensatz zu anderen Allergien, z.B. an den Atemwegen, ist die Kontaktallergie nicht heilbar. Es gibt keine ursächliche Therapie, keine Hyposensibilisierung. 
Die Betroffenen müssen ihre Kontaktallergene lebenslang strikt meiden, um ekzemfrei zu bleiben. Dazu müssen sie ihre Allergene und deren Vorkommen kennen. Damit sich möglichst wenig Menschen sensibilisieren, ist Prävention wichtig. In den Produkten des täglichen Bedarfs wie auch in beruflich genutzten Produkten sollten möglichst wenig Allergene in möglichst geringer Konzentration enthalten sein. Gerade im beruflichen Kontext ist es jedoch nicht immer möglich, auf den Einsatz allergener Stoffe zu verzichten. Dann ist ein sicherer Umgang mit diesen Produkten von umso größerer Bedeutung.

Der IVDK wurde 1988 als multizentrisches Projekt unter Beteiligung von zunächst acht deutschen Universitäts-Hautkliniken gegründet. Die Zentrale des Projektes wurde an der Universitäts-Hautklinik Göttingen eingerichtet. Das Projekt wurde von 1988 bis 1993 vom damaligen Bundesministerium für Forschung und Technologie (BMFT) im Rahmen des Programms “Epidemiologie der Allergien” gefördert. Seit 1994 wird der IVDK von einem gemeinnützigen Verein getragen, der zunächst „Gesellschaft zur Förderung der Erforschung und Prävention beruflich und außerberuflich bedingter allergischer Erkrankungen e.V. (G.E.P.A.)“ hieß und sich 2004 in “IVDK e.V.” umbenannte.

Organisation und Arbeitsweise des IVDK:

  • Der IVDK ist ein klinisch-epidemiologisches Überwachungssystem, das durch fortlaufendes Monitoring Daten sammelt und Informationen generiert, die für die Prävention der Kontaktallergie erforderlich sind. 
  • Mitglieder sind Hautkliniken im deutschsprachigen Raum in Deutschland, der Schweiz und Österreich. 
  • Es werden Daten von allen epikutan getesteten Patienten mit einer einheitlichen, vom IVDK zur Verfügung gestellten Software erfasst und in der IVDK-Zentrale ausgewertet, derzeit von ca. 10.000 Patientinnen und Patienten pro Jahr. Insgesamt umfasst die Datenbank Daten von mehr als 300.000 Personen. 
  • Bestimmte anamnestische Angaben und die Ergebnisse der Epikutantestung aller in getesteten Patienten werden im Routinebetrieb erfasst. 
  • Die Daten werden pseudonymisiert unter Einhaltung aller Datenschutzbestimmungen in halbjährlichen Anständen an die Zentrale des IVDK in Göttingen übermittelt. 
  • In der IVDK-Zentrale, einem An-Institut an der Universitätsmedizin Göttingen, erfolgen die Qualitätskontrolle und die Auswertung der Daten. 
  • Die Ergebnisse (bisher mehr als 500 Publikationen aus der Kooperation von IVDK und DKG) werden in Fachzeitschriften publiziert. Sie dienen außerdem der Beratung von regulatorischen Behörden, Berufsgenossenschaften und der Industrie. Mit den Veröffentlichungen und Beratungen sollen diese Einrichtungen in ihrem Ziel unterstützt werden, die Zahl allergischer Erkrankungen zu vermindern und damit die Gesundheit der Bevölkerung vor Schaden zu bewahren. 

Weitere Informationen finden Sie auf der Website sowie in der IVDK-Informationsbroschüre.

Steckbrief: Informationsverbund Dermatologischer Kliniken (IVDK) 

Gegründet: 1988
Anzahl der Mitglieder/der beteiligten Kliniken: 56 Hautkliniken
Ansprechpartner: 
Prof. Dr. med. Johannes Geier, Leiter der IVDK-Zentrale 
Prof. Dr. med. Timo Buhl, Vorsitzender des IVDK e.V.

Webseite: https://ivdk.org/
Stand: Januar 2022