Ob sterile Verpackung, Produktproben oder Kunststoffe in verordneten Präparaten – Plastik und Mikroplastik sind kaum aus der dermatologischen Praxis wegzudenken. Winzige Plastikpartikel unterschiedlichster chemischer Zusammensetzung – Mikroplastik und flüssige Polymere – sind biologisch nicht oder nur schwer abbaubar, akkumulieren dauerhaft in der Umwelt und gelangen durch die Nahrungskette zurück auf unseren Teller.
 
Die Diskussion zum Thema Plastik in der Dermatologie erfordert konsequenterweise die Beleuchtung der gesamten Wertschöpfungskette von der Herstellung bis zur Verwertung. Im medizinischen Bereich notwendig, um gesetzlich vorgeschriebene Hygienestandards zu erfüllen, stellt die zunehmende Umstellung auf Einmalartikel sowie Verpackungsmaterialien aus Kunststoffen unterschiedlichster Art ein wachsendes Entsorgungsproblem dar. Dabei ist die Umweltverschmutzung durch Plastik längst zu einer der schwierigsten Herausforderungen unserer Zeit geworden.

Denn Kunststoffe werden engergieaufwändig aus Erdöl und Erdgas hergestellt. Die weltweite Kunststoffproduktion macht aktuell 10-13 Prozent des gesamten Kohlendioxidanteils am Maximalbudget zur Erhaltung des 1,5-Grad-Zieles der Erderwärmung bis 2050 aus. Für etwa 5 Prozent der Treibhausgasemissionen ist der Gesundheitssektor verantwortlich und trägt somit aktiv zur Klimakrise bei. Am 14. Juli 2021 beschloss die EU-Kommission, dass Europa bis 2050 klimaneutral werden soll. Um dieses Ziel zu erreichen und zudem die globale Umweltverschmutzung zu reduzieren, muss der Gesundheitssektor auf den Prüfstand gestellt werden. 

Der Arbeitskreis Plastik und Nachhaltigkeit in der Dermatologie 

  • bündelt auf seiner mehrsprachigen Homepage relevante Informationen für Mediziner aller Fachrichtungen zu Hintergrundinformationen und umweltschädigenden Inhaltsstoffen von Kosmetika, Pflegemitteln und frei verkäuflichen Produkten mit Arzneistoffen. 
  • fokussiert sich auf die Erarbeitung von Lösungsvorschlägen für die Transformation zur nachhaltigen Praxisführung, indem Qualitätsmanagement-Vorlagen erarbeitet sowie Patienteninformationen zum download angeboten werden. 
  • vernetzt sich bundesweit mit nachhaltigen Initiativen aus dem Gesundheitssektor, um einen gemeinsamen Konsens für die Transformation zur nachhaltigen Praxis zu entwickeln und 
  • erarbeitet durch konstruktiven Dialog mit Herstellern und Entscheidern umweltfreundliche Alternativen. 

Interessenten und Initiativen können sich gerne unter melden.