Plastikmüll gehört zu den zentralen globalen Herausforderungen. Wie man Mikro- und Makroplastik vermeiden kann, um die damit verbundenen großen Umweltbelastungen zu reduzieren, wird in vielen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen diskutiert. 
Der neu gegründete Arbeitskreis Plastik in der Dermatologie der DDG will ein Forum für interessierte dermatologische Kolleginnen und Kollegen schaffen, die sich mit der Problematik Plastik im medizinischen Alltag auseinandersetzen und aktiv Lösungen erarbeiten möchten. 
Deutschland gehört zu den größten Exporteuren von Plastikmüll weltweit. Es wird geschätzt, dass bis zum Jahr 2050 weitere 34 Milliarden Tonnen Kunststoff produziert werden, wenn der Plastikverbrauch nicht eingeschränkt wird. Und dies gestaltet sich aktuell zäh.

Plastik – notwendig, aber mit Risiken verbunden
Verordnung auf europäischer Ebene, Selbstverpflichtungen von Herstellern und EU-weite Verbote sind richtige Schritte, reichen aber nicht aus. Zahlreiche Plastikabfälle unterschiedlichster Zusammensetzung zerfallen in der Natur mittlerweile in sogenanntes Mikroplastik, dessen Auswirkungen auf die Gesundheit aller Lebewesen noch gar nicht abschätzbar sind. Studien haben zudem nachgewiesen, dass Weichmacher aus Plastikstoffen und Inhaltsstoffe in Sonnencremes als sogenannte endokrine Disruptoren auf den Hormonhaushalt von Lebewesen, also auch des Menschen, einwirken. 
Durch die Vielzahl von unkalkulierbaren künstlichen Stoffen und/oder durch deren Akkumulation in der Umwelt steigt das Risiko, dass hochtoxische Verbindungen entstehen. Die Verwendung und Verbreitung von Mikro- und Makroplastik müssen auf einen genauen Prüfstand gestellt werden.

Umgang mit Plastik im medizinischen Alltag 
Aufgabe des Arbeitskreises ist es, sich mit der Problematik von Mikro- und Makroplastik zu beschäftigen, die sich durch Empfehlung, Verbreitung und Gebrauch von Plastik im medizinischen Alltag einer dermatologischen Praxis oder Klinik ergibt. Dabei wird darauf geachtet werden, dass Diskussionen und die Suche nach sinnvollen Alternativen stets im konstruktiven Dialog mit weiteren Entscheidern geschehen. Es wird berücksichtigt, dass der komplette Verzicht auf oder Ersatz von Plastik aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen Hygienestandards in dermatologischen Praxen oder Kliniken aktuell nicht realisierbar ist.