Ergebnisse Online-Umfrage “Forum akademische Lehre der DDG”

Die universitäre Lehre, insbesondere die Präsenzlehre, kann aufgrund der Corona-Pandemie nicht durchgeführt werden wie gewohnt. Die einzelnen Fakultäten wurden diesbezüglich zu unterschiedlichen Zeitpunkten informiert, meist aufgrund der unklaren Gesamtlage sehr spät Mitte April kurz vor Beginn der geplanten Vorlesungszeit. Alle Lehrstühle wurden angehalten, die Lehre auf “digitale Lehrangebote” umzustellen.
Um den gegenseitigen Austausch zu verbessern, Parallelentwicklungen zu vermeiden und kurzfristige Hilfestellungen zu geben hat das “Forum akademische Lehre der DDG” unmittelbar nach Bekanntwerden der geschilderten Situation am 8.4.20 eine Online-Umfrage an alle Ordinarien der deutschen Hautkliniken verschickt. Am 15.4.20 wurden die Ergebnisse mitgeteilt und sukzessive durch später eingehende Rückmeldungen ergänzt. So bestand die Möglichkeit, diese Informationen noch vor dem offiziellen Beginn der Lehrtätigkeiten am 20.4.20 zu berücksichtigen.
Von 39 Fakultäten antworteten 27. Bei 12/27 Standorten gab es Vorgaben bezüglich der Ausgestaltung (wie: asynchron, synchron, Video vor Audio, Text vor Audio vor Video). Die übrigen hatten demnach völlige Freiheit bzgl. der Umsetzung. Es zeigte sich, dass 11/27 bereits über digitale Angebote verfügten. Sechs planten Powerpoints mit Tonspur, zwei virtuelle Vorlesungen. Einzelne Standorte hatten dabei früher teils schon sehr umfangreiche Lehrangebote mit verschiedenen Szenarien, wie Hauptvorlesung, Dermatologie für Zahnmedizin bzw. Dermatologie-Praktikum, entwickelt. Der Umfang der einzelnen Einheiten variierte zwischen 45 und 90 Minuten. Zur Aktivierung der Studierenden wurden Video-Konferenzen, E-Learning-Module oder digitalisierte Fallbearbeitungen, z.B. “Casus”-Fälle, eingesetzt. Die einzelnen Standorte beschrieben die eigenen vorhandenen digitalen Angebote (bei Interesse:Anforderung der Ergebnisse bei: S.Schoenlau@derma.de).
Sieben Lehrstühle waren bereit, ihre Angebote auch anderen Standorten zur Verfügung zu stellen. Besonders hervorzuheben sind hier die Universtitäshautkliniken Erlangen (PD Dr. Cornelia Erfurt-Berge; umfangreiches Online-Angebot, Registrierung im lokalen Lernsystem erforderlich), Gießen (Prof. Dr. Andreas Jung, Hauptvorlesungen zu allen relevanten Themen) und die LMU München (PD Dr. Markus Reinholz; umfangreiches Angebot aber technische Zugangsmöglichkeiten derzeit noch nicht abschließend geklärt). Die Unikliniken Essen (PD Dr. Wiebke Sondermann), Augsburg (Prof. Dr. Julia Welzel) und Frankfurt (Prof. Dr. Falk Ochsendorf) können einzelne E-Learning-Elemente zur Verfügung stellen. Freiburg ist prinzipiell offen, sieht aber v.a. rechtliche Probleme. Für alle zugänglich sind die Lernplattformen Cyberderm (https://www.cyberderm.net/) und im Sommersemester Amboss (https://next.amboss.com/de bzw. go.amboss.com/dermatologie ). Beide bieten umfangreiches Material, was bezüglich des konkreten Einsatzes von den Dozenten spezifiziert werden muss.
Zusammenfassend zeigte sich, dass die curricularen Vorgaben und Lösungen lokal sehr unterschiedlich waren. Die Entwicklung digitaler Lehrangebote war sehr heterogen. Viele der lokalen Aktivitäten gingen in die gleiche Richtung (Online-Vorlesung „live“, Videos von Vorlesungen, Podcasts (=PPT mit Ton). Einzelne Standorte sind bereit zum Teilen ihrer bereits produzierten Inhalte. Die Anregung, kooperativ Inhalte zu erstellen, wie beispielsweise dezentrale Produktion von Podcasts zu einem Thema und anschließende gemeinsame Nutzung, fand keine Resonanz.
Unter dem aktuell vorhandenen Zeitdruck ist es schwierig, in diesem heterogenen Umfeld jedes konkrete lokale Problem zentral zu lösen. Es wäre aber hilfreich zu überlegen, inwieweit Aktivitäten zum gegenseitigen Austausch/Nutzen entsprechender Inhalte (z.B. Derma.de Server oder „Dermatologe-werden“-Server nur für registrierte Nutzer) angeregt werden sollten bzw. wie man viele Fakultäten zur Mitarbeit dazu motivieren könnte. Es zeigte sich hier eine große Unsicherheit bezüglich der rechtlichen und technischen Umsetzung.
Abschließend muss betont werden, dass bei allem Nachdenken über technische Lösungen nicht vergessen werden darf, dass „digital“ den Aspekt nur auf die Methode legt (welches Programm? Video/vertontes Powerpoint/etc.?). Viel relevanter ist aber der Inhalt! Ziel ist die Wissensvermittlung durch Aktivierung der Studierenden – dabei führen viele Wege nach Rom, aber der didaktische Aspekt sollte den technischen Aspekt überwiegen. Durch Nutzung vorhandener Ressourcen könnte man sich den Weg nach Rom zumindest erleichtern!

Prof. Dr. Falk Ochsendorf, MME “Forum akademische Lehre der DDG”